{"id":1126,"date":"2008-06-06T19:27:43","date_gmt":"2008-06-06T17:27:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.glorf.it\/blog\/?p=1126"},"modified":"2008-06-06T19:27:43","modified_gmt":"2008-06-06T17:27:43","slug":"jede-studie-kann-man-falsch-verstehen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.glorf.it\/blog\/2008\/06\/06\/allgemein\/jede-studie-kann-man-falsch-verstehen","title":{"rendered":"Jede Studie kann man falsch verstehen"},"content":{"rendered":"<p>Als ich heute bei <a href=\"http:\/\/www.elia-gemeinschaft.de\/wordpress\/2008\/06\/06\/aus-dem-netz-gefischt\/statistiken\">Peter<\/a> las, wie sowohl der Redakteur einer ungenannten Tageszeitung als auch einer von der S&#252;ddeutschen aus einfachen Zahlen die falschen Schl&#252;sse zog, war ich doch etwas ersch&#252;ttert. Hier erst mal der Ausschnitt aus dem <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/,tt5m1\/leben\/artikel\/66\/178521\/\">S&#252;ddeutsche-Artikel<\/a>:<\/p>\n<blockquote><p>sueddeutsche.de: Eine Tageszeitung titelte k&#252;rzlich: &quot;Jede zweite Ehefrau geht fremd&quot; &#8230;<\/p>\n<p>Beer: Woher wissen die das?<\/p>\n<p>sueddeutsche.de: Die berufen sich auf Ihre Theratalk-Studie.<\/p>\n<p>Beer: Dann haben die wohl etwas falsch verstanden.<\/p>\n<p>sueddeutsche.de: Moment, in dem Artikel steht, dass 55 Prozent der Frauen und 49 Prozent der M&#228;nner schon einmal eine Aff&#228;re hatten.<\/p>\n<p>Beer: An unserer Studie nahmen ausschlie&#223;lich Untreue teil. Davon sind 55 Prozent Frauen, 45 Prozent M&#228;nner. Mit dem Anteil der Untreuen in der Gesamtbev&#246;lkerung hat das nichts zu tun.<\/p><\/blockquote>\n<p>Das ist ja noch besser als die ganzen Beispiele aus dem Buch &quot;<a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/Hund-Eier-legt-Fehlinformation-Querdenken\/dp\/3499621967\/ref=sr_1_1\">Der Hund der Eier legt.<\/a>&quot; Wenn man bedenkt, das gerade in j&#252;ngster Zeit echter <a href=\"http:\/\/www.glorf.it\/blog\/2008\/05\/25\/buch\/gefaelschte-studien\">Betrug bei Studien<\/a> auftauchte, dann kommt durch &#228;u&#223;erst oberfl&#228;chliches Lesen auch noch eine weitere Unsch&#228;rfe hinzu.<\/p>\n<p>Wenn man bedenkt, wie Journalisten durch sowas Meinungen beeinflussen:<\/p>\n<ul>\n<li>Einer sch&#246;nt seine Messergebnisse etwas, um die Aussage in seine Richtung zu beeinflussen. Aber OK, vergessen wir das.<\/li>\n<li>Nehmen wir lieber den versehentlichen Fall: Ein anderer vertippt sich in der Zusammenfassung (hat aber im Text die richtigen Zahlen).<\/li>\n<li>Ein paar Reporter lesen das alles sehr oberfl&#228;chlich und leiten sogar schon aus der Zusammensetzung der Teilnehmer eine Aussage f&#252;r das Thema ab und geben es in der Zeitung wieder. Aber OK, die Mathematik liegt nicht jedem.<\/li>\n<li>Nehmen wir lieber den Fall, dass einer die Summary versteht: Die Zahlen werden in anderen Untersuchungen als Referenzwerte genommen und mit denen in anderen Bereichen verglichen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Im Ergebnis dachte die ganze Welt jahrzehntelang, dass Spinat viel mehr Eisen enthielte als anderes Zeug. Das ist aber Quatsch. H&#228;tten sich die anderen Professores die M&#252;he gemacht nicht nur die Zusammenfassung zu lesen, dann w&#228;re aufgefallen, dass sich das Team in der Zusammenfassung um eine Kommastelle vertan hat (das und weitere Stories stehen in dem Hunde-Eier-Buch). Eigentlich schade, denn dann w&#228;re uns <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Popeye\">Popeye<\/a> erspart geblieben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als ich heute bei Peter las, wie sowohl der Redakteur einer ungenannten Tageszeitung als auch einer von der S&#252;ddeutschen aus einfachen Zahlen die falschen Schl&#252;sse zog, war ich doch etwas ersch&#252;ttert. Hier erst mal der Ausschnitt aus dem S&#252;ddeutsche-Artikel: sueddeutsche.de: Eine Tageszeitung titelte k&#252;rzlich: &quot;Jede zweite Ehefrau geht fremd&quot; &#8230; Beer: Woher wissen die das? 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