{"id":151,"date":"2006-08-11T22:20:59","date_gmt":"2006-08-11T20:20:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.glorf.it\/blog\/2006\/08\/11\/management\/vorprogrammierter-arger-lizenzstreit"},"modified":"2006-10-18T22:05:27","modified_gmt":"2006-10-18T20:05:27","slug":"vorprogrammierter-arger-lizenzstreit","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.glorf.it\/blog\/2006\/08\/11\/management\/vorprogrammierter-arger-lizenzstreit","title":{"rendered":"Vorprogrammierter &#196;rger: Lizenzstreit"},"content":{"rendered":"<p>Wenn man eine Software &quot;einkauft&quot; und bei den Lizenzmodalit&#228;ten nicht h&#246;llisch aufpasst, dann gibt es totsicher am Ende &#196;rger. Im dem bei Bei silicon.de beschriebenen Fall wurde die Software mit Sicherheit f&#252;r den konkreten Fall ma&#223;geschniedert. Es geht um eine Software, die in einem Parkhaus die elektronischen Parkbuchten steuert. Damit ist eine optimale Platznutzung m&#246;glich. Au&#223;erdem wird damit der Diebstahl von Fahrzeugen erschwert. Solche Software gibt es nicht auf der Stange.<\/p>\n<p>Es handelt sich also um mit hoher Sicherheit um Auftragsarbeit. Da gibt es zwei M&#246;glichkeiten: <\/p>\n<ul>\n<li>Entweder man zahlt anfangs einen bestimmten Betrag, der die Kosten des Anbieters deckt, und zahlt j&#228;hrlich noch etwas f&#252;r die Wartung und Weiterentwicklung drauf. (Im konkrten Fall d&#252;rfte die Wartung nicht so aufw&#228;ndig, sprich teuer, sein.) Mit diesem &quot;Kauf&quot; geht die Software in das Eigentum des K&#228;ufers &#252;ber. Sichert man sich vertraglich f&#252;r den Fall der Insolvenz des Herstellers ab, sodass man dann auch den Quell-Code inkl. Dokumentation (die sollte man vorher mal ansehen) bekommt, ist man vergleichsweise gut gesch&#252;tzt. Das gleiche sollte gelten, wenn der Hersteller den Vertrag k&#252;ndigt, sonst ist man schon recht erpressbar. Wenn man sich jetzt auch noch absichert, dass der Hersteller die Wartungskosten nur in einem bestimmten Fenster erh&#246;hen kann, kann schon gar nicht mehr so viel passieren.<\/li>\n<li>Oder man zahlt j&#228;hrlich einen bestimmten Betrag an Lizenzkosten. Dann verbleibt die Software im Besitz des Herstellers und man erwirbt nur das zeitlich befristete Nutzungsrecht. Das scheint hier der Fall gewesen zu sein. Wenn man so existenziell auf die Software angewiesen ist, wie im konkreten fall, dann erscheint es jedoch abgrundtief un&#252;berlegt nur die zeitlich befristete Nutzung zu erwerben. Man macht sich erpressbar und kann m&#246;glicherweise dicht machen. MEiner Ansicht nach eignet sich das Modell nur f&#252;r Standard-Software von renomierten Herstellern richtig gut. Man muss das Vertrauen haben, dass es den Hersteller auch noch langfristig geben wird und dass er die Software nicht pl&#246;tzlich aus dem Portfolio streicht, weil es seine Kosten nicht mehr deckt. Das ist uns tats&#228;chlich schon mehrfach mit Standard-Software passiert. Gl&#252;cklicherweise hatten wir f&#252;r den Fall vereinbart, dass wir die Sourcen kaufen k&#246;nnen. (Zu der Doku in den konkreten F&#228;llen sage ich jetzt nichts&#8230;)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Gr&#252;nde, warum sich Firmen trotzdem auf den Deal mit den Lizenzen einlassen, selbst wenn es um Ma&#223;anfertigungen geht, lieg in der h&#246;heren Mathematik der Manager: wenn ich jetzt 240 Kiloeuro f&#252;r einen Kauf bezahle, dann habe ich in den kommenden 4 Jahren eine Abschreibung von 60 Kiloeuro Investitionen pro Jahr und nochmal 20 KiloEuro Kosten f&#252;r die Wartung.<br \/>\nWenn ich aber nur 50 Kiloeuro an Lizenzkosten inkl. Wartung bezahle, dann habe ich pro Jahr 20 Kiloeuro weniger ausgegeben. Und die kann ich komplett als Kosten deklarieren. Nat&#252;rlich zahle ich nach ein paar Jahren drauf, aber daaan hat sich unsere Unternehmung ja schon so pr&#228;chtig amortisiert, dass es der Firma dann nichts mehr ausmacht.<br \/>\nSollte ich zu der Sorte Unternehmen geh&#246;ren, die sehr knapp bei Kasse sind, dann habe ich m&#246;glicherweise gar nicht das Geld, um alles auf einmal zu bezahlen. Das gilt besonders bei &#246;ffentlichen Auftraggebern: Hier sind die Auftr&#228;ge komischerweise immer furchtbar teuer und die Auftraggeber immer knapp be Kasse. Die daraus entstehende doppelte Kostenfalle liegt auf der Hand&#8230;<\/p>\n<p>Details stehen in dem Artikel &quot;<a href=\"http:\/\/www.silicon.de\/enid\/auch_das_noch\/21465\" target=\"_blank\">Lizenzstreit: Parkhaus-Software sperrt Autos weg &#8211; Auch das noch!<\/a>&quot;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn man eine Software &quot;einkauft&quot; und bei den Lizenzmodalit&#228;ten nicht h&#246;llisch aufpasst, dann gibt es totsicher am Ende &#196;rger. Im dem bei Bei silicon.de beschriebenen Fall wurde die Software mit Sicherheit f&#252;r den konkreten Fall ma&#223;geschniedert. Es geht um eine Software, die in einem Parkhaus die elektronischen Parkbuchten steuert. Damit ist eine optimale Platznutzung m&#246;glich. 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