{"id":305,"date":"2006-12-02T23:51:15","date_gmt":"2006-12-02T21:51:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.glorf.it\/blog\/2006\/12\/02\/management\/ablauf-eines-software-reviews"},"modified":"2006-12-20T21:00:29","modified_gmt":"2006-12-20T20:00:29","slug":"ablauf-eines-software-reviews","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.glorf.it\/blog\/2006\/12\/02\/management\/ablauf-eines-software-reviews","title":{"rendered":"Ablauf eines Software-Reviews"},"content":{"rendered":"<p>Wie neulich versprochen skizziere ich an dieser Stelle mal, wie ein Review bei uns abl&#228;uft. Im Wesentlichen geht es mir um das Review von Konzepten, also entweder dem Fachkonzept, dass die fachlichen Abl&#228;ufe, Oberfl&#228;chen und Anforderungen beschreibt, oder dem Systemkonzept, dass aufbauend auf dem Fachkonzept die geplante technische Umsetzung beschreibt.<\/p>\n<p>Das Ziel ist es das behandelte Thema von allen Seiten und mit allen Beteiligten wasserdicht und verbindlich abzustimmen. Damit soll verhindert werden, dass erst in sp&#228;ten Phasen gravierende Probleme, Architekturschw&#228;chen oder Unvertr&#228;glichkeiten zu anderen Projekten festgestellt werden.<br \/>\nAlle relevanten Bedenken\/Probleme\/Ideen\/Einw&#228;nde sollen rechtzeitig auf den Tisch gebracht werden, die Beitr&#228;ge aller Beteiligten sollen ber&#252;cksichtigt werden. Das klappt tats&#228;chlich und ist deswegen wirklich wertvoll! <\/p>\n<p>So l&#228;uft das bei uns ab:<\/p>\n<p>Der oder die Autoren suchen sich einen neutralen Moderator und m&#246;glichst viele kompetente Gutachter (wir nennen sie &quot;Inspektoren&quot;). Ich pers&#246;nlich habe erlebt, dass 8 bis 10 Leute OK ist, mehr werden m&#252;hsam, sind aber noch im Rahmen. Die Auswahl sollte so sein, dass aus jedem anderen direkt betroffenen Team eine dabei ist, nur notfalls 2. Die Gutachter bekommen das Konzept etwa 2 Wochen vor dem Termin zum Durcharbeiten und k&#246;nnen das in deren Teams durchgehen, falls es dort Diskussionsbedarf gibt. Der eine nimmt dann alle Anregungen stellvertretend mit.<\/p>\n<p>An den Termin selber wird das Konzept Seite f&#252;r Seite durchgegangen: &quot;Hat jemand eine Frage oder eine Anregung zu den Themen dieser Seite?&quot; Dann kann jeder seine Punkte nennen. Es wird nicht dar&#252;ber diskutiert, nur nachgefragt wie es gemeint ist und ggf. weitere Aspekte daf&#252;r oder dagegen gesammelt. An dem Tag wird nichts entschieden, nur gesammelt. Der Moderator schreibt alles mit und verschickt es anschlie&#223;end als Protokoll an die Anwesenden.<\/p>\n<p>Wenn v&#246;llig grunds&#228;tzliche Einw&#228;nde oder Probleme entdeckt wurden, dann werden die Autoren beauftragt das Konzept zu &#252;berarbeiten und ein neues Review zu machen. Das passiert aber total selten und die Entscheidung dar&#252;ber treffen eigentlich die Autoren selber. Meist recht es, wenn die gefundenen Schwachstellen eingearbeitet und das Konzept punktuell &#252;berarbeitet wird. In dem Fall werden am Ende ein oder besser zwei Freiwillige bestimmt (meist die mit den meisten Kritikpunkten ;-)), die sp&#228;ter das &#252;berarbeitete Konzept &quot;nachinspizieren&quot;.<\/p>\n<p>Die Autoren gehen danach jedem der vorgebrachten Punkte nach und diskutieren sie jeweils im eigenen Team. In der Regel sind die Einw&#228;nde sehr fundiert, berechtigt und wertvoll.Deswegen ist man auf den einen Seite meistens froh, dass die Punkte so fr&#252;hzeitig aufgedeckt wurden. Manchmal werden die eigenen Punkte auch durch weitere Argumente untermauert. Aber wegen der &quot;Masse&quot; an Kritik muss man auf der anderen Seite sehr aufpassen, dass man den Blick auf das Gute am eigenen Konzept verliert (und damit auch den Spa&#223; daran).<br \/>\nDas Team entscheidet selber, wie es auf die Einw&#228;nde eingeht. Die Beitr&#228;ge der Inspektoren sind nur Vorschl&#228;ge. Zu jeder Anregung muss man allerdings genau dokumentieren, wie und warum man so man entschieden hat. Diesen Bericht und das &#252;berarbeitete Konzept bekommen dann die Nachinspektoren vorgelegt. Sie beurteilen, ob alle Punkte die notwendige W&#252;rdigung bekommen haben und ob die Entscheidungen nachvollziehbar sind. Wenn nicht, schlagen sie Nacharbeiten vor. Auch damit m&#252;ssen sich die Autoren dann noch mal in der genannten Weise befassen. Danach ist aber Schluss&#8230;<br \/>\n \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Am Ende bekommen alle Teilnehmer das &#252;berarbeitete Konzept und den Bericht &#252;ber die Entscheidungen auf die Reviewbeitr&#228;ge zugeschickt. Dann haben die betroffenen Teams noch mal eine Chance die getroffenen Entscheidungen zu kritisieren und den Dialog zu suchen.<\/p>\n<p>F&#252;r die Autoren kann das ein unglaublicher Stress sein, f&#252;r mich war es das jedenfalls mehrfach. Aber unter dem Strich hat es sich bisher noch immer gelohnt. Zu einem umfangreichen Fachkonzepte von mir, dass sich wie ein Querschnittsthema durch viele Teams durchzog, kamen mal &#252;ber hundert Anregungen, Erg&#228;nzungen und Einw&#228;nde. Und jedem davon musste ich nachgehen. \ud83d\ude41<br \/>\nImmerhin gingen fast alle davon auch ins Konzept ein und haben es damit fast &quot;unbreakable&quot; gemacht. Aber zun&#228;chst mal hat es mir gereicht&#8230;<br \/>\n \ud83d\ude09 <\/p>\n<p>Welch ein Aufwand? Stimmt, aber an anderer Stelle wird noch viel gr&#246;&#223;erer Aufwand gespart. Mit so einem Review w&#228;re der <a href=\"http:\/\/www.glorf.it\/blog\/2006\/11\/27\/management\/windows-vista-shutdown-menue-1-jahr-arbeit\">Shutdown-Dialog<\/a> von Vista in l&#228;ngstens 3 Monaten abgestimmt und implementiert gewesen. Vermutlich schneller. Und besser w&#228;re er bestimmt auch geworden. Damit vermeidet man ganz gezielt die Ehrenrunden, wenn die Dinge mit mehreren Teams abgestimmt werden m&#252;ssen. Dennoch wird jeder Betroffene involviert. Dementsprechend erh&#246;ht sich auch die Akzeptanz bei den einbezogenen Teams. Deswegen ist es nur vordergr&#252;ndig aufw&#228;ndiger&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie neulich versprochen skizziere ich an dieser Stelle mal, wie ein Review bei uns abl&#228;uft. 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