{"id":3812,"date":"2009-11-19T21:17:21","date_gmt":"2009-11-19T20:17:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.glorf.it\/blog\/?p=3812"},"modified":"2009-11-20T19:55:23","modified_gmt":"2009-11-20T18:55:23","slug":"einfuehrung-einer-finanztransaktionsteuer","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.glorf.it\/blog\/2009\/11\/19\/offtopic\/einfuehrung-einer-finanztransaktionsteuer","title":{"rendered":"Einf&#252;hrung einer Finanztransaktionsteuer"},"content":{"rendered":"<p>Aktuell gibt es wieder eine interessante Petition im Deutscher Bundestag, es geht um die <a href=\"https:\/\/epetitionen.bundestag.de\/index.php?action=petition;sa=details;petition=8236\">Einf&#252;hrung einer Finanztransaktionsteuer<\/a>. Was auf den ersten Blick recht seltsam klingt, hat einige interessante Aspekte. Sie ist ganz gut formuliert. Daher hier der O-Ton: <\/p>\n<blockquote><p> Der Deutsche Bundestag m&#246;ge beschlie&#223;en: Bundesregierung und Bundestag werden aufgefordert, eine Finanztransaktionssteuer einzuf&#252;hren und daf&#252;r einzutreten, dass sie auch von anderen L&#228;ndern umgesetzt wird. Diese Steuer bezieht alle spekulationsrelevanten Finanztransaktionen ein. Bis diese Steuer EU- oder weltweit umgesetzt ist, sollen auf nationaler Ebene vorbereitende Schritte unternommen werden, z.B. unterst&#252;tzende parlamentarische Entschlie&#223;ungen oder die Einf&#252;hrung einer B&#246;rsenumsatzsteuer.<\/p>\n<p><strong>Begr&#252;ndung<\/strong><\/p>\n<p>Mehrfach seit Anfang der 1970er Jahre war Spekulation bereits Mit-Ursache von Finanz- und Bankenkrisen. Spekulation war auch mitverantwortlich f&#252;r die globale Nahrungsmittel- und Rohstoffkrise 2008 sowie die gegenw&#228;rtige Weltwirtschaftskrise. Weitere Ursachen f&#252;r die genannten Krisen sind u.a. die zunehmende Komplexit&#228;t der Finanzprodukte und die Geschwindigkeit, mit der Finanztransaktionen heutzutage abgewickelt werden.<\/p>\n<p>Die Folgen der Krisen sind weltweit sehr ungleich verteilt. Zwar leiden auch reiche Staaten darunter, doch wenden sie Milliarden US$ auf, um die Krisenfolgen aufzufangen. Die meisten Entwicklungsl&#228;nder k&#246;nnen das nicht. Dies gef&#228;hrdet den Zeitplan zur Erreichung der Millenniums-Entwicklungsziele.<\/p>\n<p>Eine Finanztransaktionssteuer h&#228;tte aus unserer Sicht etwa folgende Vorteile: Finanztransaktionen werden entschleunigt, die Steuer ist einfach umzusetzen, da sie keine Ausnahmen zul&#228;sst, und sie macht vor allem kurzfristige Spekulationen unrentabel, w&#228;hrend mittel- und langfristige Investitionen aufgrund des niedrigen Steuersatzes nicht behindert werden.<\/p>\n<p>Die Einf&#252;hrung einer solchen Steuer w&#228;re an sich schon ein Erfolg, weil alle L&#228;nder von einer stabileren Weltfinanz- und Wirtschaftsordnung profitieren. Dar&#252;ber hinaus w&#252;rde die Steuer gleichzeitig national ein- bis zweistellige, global aber dreistellige Milliardenbetr&#228;ge generieren, die zur Umsetzung der Millenniums-Entwicklungsziele sowie anderer Ma&#223;nahmen zur Entwicklung und Armutsbek&#228;mpfung verwendet werden k&#246;nnen.<\/p>\n<p>Wir erachten es als wichtig, dass die Finanztransaktionssteuer, neben anderen Ma&#223;nahmen, auf die Reformagenda des globalen Finanzsystems geh&#246;rt. Zugleich wollen wir sicherstellen, dass der Finanzsektor zur Bew&#228;ltigung der Folgen der Weltwirtschaftskrise beitr&#228;gt und so generierte Gelder nicht nur den Haushalten reicher Staaten zuflie&#223;en, sondern auch in die Entwicklung und Armutsbek&#228;mpfung, etwa die Umsetzung der Millenniums-Entwicklungsziele.<\/p>\n<p>National und international findet die Forderung nach einer Finanztransaktionssteuer zunehmendes Geh&#246;r. Auf dem Gipfel der G20-Staaten in Pittsburgh Ende September wurden sowohl die Ursachen als auch die Folgen der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise als zentrale Herausforderungen des gemeinsamen politischen Handelns betont. Im Vorfeld der Bundestagswahl haben sich die Bundeskanzlerin und fast alle Parteien bef&#252;rwortend zur Einf&#252;hrung einer solchen Steuer ge&#228;u&#223;ert. Es gilt nun, den Worten Taten folgen zu lassen.<\/p>\n<p>Diese Petition greift das Anliegen auf, welches das Kampagnenb&#252;ndnis &quot;Steuer gegen Armut: Transaktionssteuer&quot; am 17.10.2009 an die Koalitionspartner der neuen Bundesregierung herangetragen hat. Unter den inzwischen 48 Unterzeichnern sind Vertreter der Kirchen, Gewerkschaften, NRO, Banken und Wissenschaft. N&#228;here Informationen k&#246;nnen &#252;ber die Kampagnenwebsite bezogen werden. Die Petition soll eine Grundlage bieten, damit sich auch der Deutsche Bundestag mit diesem Thema befasst. <\/p><\/blockquote>\n<p>Wenn man damit tats&#228;chlich die uns&#228;glichen Spekulationen erschweren k&#246;nnte, dann w&#228;re das ein riesen Schritt in die richtige Richtung. Allerdings glaube ich, dass die Spekulanten zu viel Geld haben und deswegen eine recht gro&#223;e Lobby. Daher wird das wohl nicht umgesetzt. Wer sich genauer informieren will:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/www.steuer-gegen-armut.org \">Homepage der Initiative Steuer gegen Armut<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.br-online.de\/studio-franken\/aktuelles-aus-franken\/joerg-alt-jesuit-startet-kampagne-steuer-gegen-armut-32009-kw42-ID1255960731613.xml\">Bayerischer Rundfunk<\/a><\/li>\n<li>Info der katholischen Kirche: <a href=\"http:\/\/www.domradio.de\/aktuell\/artikel_58310.html\">DomRadio<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.domradio.de\/aktuell\/artikel_58310.html\">N&#252;rnberger Nachrichten<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Mal sehen wie lange es dauert bis die &quot;gro&#223;en Nachrichtenkan&#228;le&quot; das wahrnehmen, also Spiegel, Heute etc&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aktuell gibt es wieder eine interessante Petition im Deutscher Bundestag, es geht um die Einf&#252;hrung einer Finanztransaktionsteuer. Was auf den ersten Blick recht seltsam klingt, hat einige interessante Aspekte. 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