{"id":634,"date":"2007-07-09T23:37:36","date_gmt":"2007-07-09T21:37:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.glorf.it\/blog\/2007\/07\/09\/management\/online-profile-bei-bewerbungen"},"modified":"2007-07-09T23:37:36","modified_gmt":"2007-07-09T21:37:36","slug":"online-profile-bei-bewerbungen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.glorf.it\/blog\/2007\/07\/09\/management\/online-profile-bei-bewerbungen","title":{"rendered":"Online-Profile bei Bewerbungen"},"content":{"rendered":"<p>Im Harvard-Bussiness-Manager Juli\/2007 wird eine interessante Frage aufgeworfen. Am Beispiel einer fiktiven Fallstudie wird aus Sicht einer Firma eine Bewerbung einer vielversprechenden Kandidatin f&#252;r einen wichtigen Posten in der Firma diskutiert. Dabei wird auch eine Auswertung der Person mittels Google durchgef&#252;hrt. Nat&#252;rlich werden potentiell belastende Dinge gefunden. In dem Beispiel ist es ja sogar noch positiv, weil die Bewerberin als Studentin sehr engagiert f&#252;r die Menschenrechte eintrat und sich wegen Ihren chinesischen Sprach- und Landeskenntnissen sehr als Kritikerin des chinesischen Regimes hervor tat. Und in der fraglichen Position w&#228;re sie f&#252;r den Aufbau der neuen Niederlassung in Shanghai verantwortlich&#8230; Wie soll sich die Firma verhalten? <\/p>\n<p>Die Experten antworten meist aus Sicht der Firma: Ja, es ist rechtm&#228;&#223;ig eine Internetrecherche durchzuf&#252;hren. Der Hintergrund der Kandidatin kann sich zu einem PR-Albtraum f&#252;r die Firma entwickeln. In China ist es wichtig, dass leitende Angestellte &#228;lter sind, usw.<\/p>\n<p>Immerhin wurde auch eine Bloggerin als &quot;Expertin&quot; hinzugezogen, die auf die Sicht der Kandidatin eingeht: Sie solle an Ihrem Internet-Profil arbeiten.<br \/>\nHeutzutage ist es f&#252;r engagierte Menschen so gut wie unm&#246;glich, dass man nichts &#252;ber ihn\/sie im Internet findet. Wenn dort nichts steht, dann bedeutet das vermutlich, dass er\/sie sich sonst nirgends engagiert hat. Jeder Kanickelzuchtverein stellt mittlerweile seine Vereinszeitung online&#8230;<br \/>\nWenn man also nichts im Internet findet, dann ist fast schon verd&#228;chtig. Wenn die Expertin <a href=\"http:\/\/www.zephoria.org\/thoughts\/\">Danah M. Boyd<\/a>, sie selber schreibt seit 10 Jahren aktiv in Blogs, von aktiver Gestaltung spricht, dann meint sie damit, man soll sein &quot;unvermeidliches&quot; Bild aktiv durch eigene &#196;u&#223;erungen erg&#228;nzen. Sie r&#228;t der Kandidatin dazu im Internet Ihren Sinneswandel zu schildern: Wie wurde aus der Regimegegnerin pl&#246;tzlich jemand, der dort arbeiten will? Auf diese Weise kann man seine eigenen Gedanken und Meinungen zum Ausdruck bringen. Der Auswerter ist dann nicht auf die Berichte Dritter angewiesen.<\/p>\n<p>Jede meiner &#196;u&#223;erung in Foren oder im Usenet (ich glaube ich bin seit 1990 im Usenet unterwegs) wird vermutlich noch in 50 Jahren bei Google abrufbar sein. Den heutigen Teenagern d&#252;rfte das nicht klar oder &#8211; wenn doch &#8211; vermutlich sogar egal sein. Meist denken die Kids sogar, dass sie durch einen Fantasienamen vor dem Auffinden gesch&#252;tzt seien.<br \/>\nIch sehe es &#228;hnlich wie Frau Boyd: Wer als Arbeitgeber zuk&#252;nftig nach einer Internetrecherche nur die einstellt, die nie auff&#228;llig wurden, der d&#252;rfte bald einen Haufen Langeweiler beisammen haben. Dennoch macht man es als Bewerber einer Firma unn&#246;tig schwer, wenn man bspw. nur als N&#246;rgler oder Quengler in Beschwerdeforen auftaucht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Harvard-Bussiness-Manager Juli\/2007 wird eine interessante Frage aufgeworfen. Am Beispiel einer fiktiven Fallstudie wird aus Sicht einer Firma eine Bewerbung einer vielversprechenden Kandidatin f&#252;r einen wichtigen Posten in der Firma diskutiert. Dabei wird auch eine Auswertung der Person mittels Google durchgef&#252;hrt. Nat&#252;rlich werden potentiell belastende Dinge gefunden. 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