{"id":990,"date":"2008-03-19T22:22:49","date_gmt":"2008-03-19T21:22:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.glorf.it\/blog\/2008\/03\/19\/management\/kundenorientierung-bei-der-bahn"},"modified":"2008-07-19T12:27:20","modified_gmt":"2008-07-19T10:27:20","slug":"kundenorientierung-bei-der-bahn","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.glorf.it\/blog\/2008\/03\/19\/management\/kundenorientierung-bei-der-bahn","title":{"rendered":"Kundenorientierung bei der Bahn"},"content":{"rendered":"<p>Ich habe aus aktuellen Anlass mal bei Google nach <a href=\"http:\/\/www.google.de\/search?source=ig&#038;hl=de&#038;rlz=&#038;q=Kundenorientierung+%22deutsche+bahn%22&#038;btnG=Google-Suche&#038;meta=\">Kundenorientierung und &quot;deutsche Bahn&quot;<\/a> gesucht. Aus nahe liegenden Gr&#252;nden bekam ich nicht viele Treffer und auf den Bahn-Webseiten war nur ein einziger Treffer (auf Platz 17). Da schrieben sie in der <a href=\"http:\/\/www.db.de\/site\/nachhaltigkeitsbericht__2007\/de\/unsere__mitarbeiter\/personalstrategie\/personalstrategie.html\">Personalstrategie 2007<\/a> (Hervorhebung von mir, mehr dazu unten):<\/p>\n<blockquote><p>Sowohl im nationalen Kerngesch&#228;ft als auch international muss sich der DB-Konzern einem wachsenden Wettbewerb und <strong>hohen Kundenanforderungen<\/strong> stellen. Ein Grund mehr, die Erfolgsfaktoren Qualit&#228;t und Kundenorientierung weiter kontinuierlich zu st&#228;rken \u2013 einerseits durch das Angebot geschlossener Mobilit&#228;tsketten andererseits durch Ber&#252;cksichtigung individueller Kundenbed&#252;rfnisse und -w&#252;nsche.<\/p><\/blockquote>\n<p>Mein j&#252;ngstes Erlebnis zeigt, dass sie noch einen weiten Weg haben bis sie echte Kundenorientierung erreicht haben. Gestern auf der Heimfahrt fiel mir ein Mann auf, der gleich nach dem Einsteigen aufmerksam durch die Waggons ging und den Schaffner suchte, als der Zug schon zum n&#228;chsten Bahnhof weiterfuhr. &#196;hnliche Situationen sieht man als Pendler recht h&#228;ufig und ich war gespannt, wie es weiter ging. <\/p>\n<p>Er fand ihn am anderen Ende meines Waggons als wir in die n&#228;chste Station einfuhren. Sie sprachen eine ganze Weile, keine Ahnung was sie sagten. Der Schaffner erhob schlie&#223;lich die Stimme, so dass ich ihn &#8211; trotz der Distanz &#8211; gut verstehen konnte: &quot;<em>Guter Mann, ich habe es ihnen ganz freundlich erkl&#228;rt. Entweder sie steigen jetzt aus oder ich hole die Polizei, dann werden sie hier rausgeschleppt.<\/em>&quot; Da wurde auch der Mann laut, sodass ich mitbekam, worum es ging: Der Mann hatte keinen Fahrschein gel&#246;st und sollte jetzt aussteigen. Der Schaffner wollte ihm keine Fahrkarte verkaufen, obwohl der Automat an der Station des Mannes kaputt war. Er schrie dann den Kunden an, er solle hier an diesem Bahnhof aussteigen. Der Kunde sei sowieso schon schwarz gefahren, er solle hier eine Fahrkarte l&#246;sen und dann den n&#228;chsten Zug nehmen. Es w&#252;rde ja schlie&#223;lich keine zwei Stunden dauern bis der n&#228;chste Zug k&#228;me, sondern blo&#223; 40 Minuten. <\/p>\n<p>Wir hatten etwas mehr ungeplanten Aufenthalt an dieser Station (der F&#252;rther Bahnhof), deswegen h&#228;tte der Mann es letztlich vielleicht sogar geschafft die Karte zu l&#246;sen und wieder einzusteigen, wenn die Beiden nicht so lange gestritten h&#228;tten. Aber der Kunde wollte nicht nachgeben, sondern sicher mit dem Zug fahren und deswegen eine Fahrkarte im Zug kaufen, was angeblich in diesem Falle m&#246;glich sei. Der Schaffner war aber ebenso hartn&#228;ckig. Nach etwa 5 Minuten Streit setze sich der Schaffner durch, er verkaufte dem Kunden nichts. Das w&#228;re wohl so eine &quot;hohe Kundenanforderung gewesen, wie sie im oben genannten Bericht angesprochen wird. M&#246;glicherweise war der Schaffner sogar im Recht, aber dennoch flogen ihm die Sympathien der anderen Kunden nicht entgegen, eher im Gegenteil: w&#228;hrend der Weiterfahrt diskutierten andere Kunden mit ihm weiter.<\/p>\n<p>Ein paar meiner Kollegen sind &#252;berzeugte Autofahrer. Wenn sie dann doch mal mit dem Zug fahren, hat ausgerechnet der gerade Versp&#228;tung, bleibt auf der Strecke stehen, um sich von einem Eilzug &#252;berholen zu lassen oder irgendetwas anderes ist ungew&#246;hnlich. Das bietet genug Stoff f&#252;r etliche Tischgespr&#228;che. F&#252;r seltene Zugfahrer ist die Fahrt aufregend und alles Neuland: angefangen vom Kauf der Fahrkarte bis zum dreimaligen Nachfragen, ob das auch wirklich der richtige Zug ist in dem man sitzt. Ganz selten h&#246;re ich von Gelegenheitsfahrern, dass die Fahrt angenehm war und sie das n&#228;chste Mal wieder einen Zug nehmen w&#252;rden. <\/p>\n<p>Ich vermute mal: Keiner der Gelegenheitsfahrer in diesem Waggon &#8211; das hat sicher jeder mitbekommen &#8211; m&#246;chte in so eine Situation kommen. Wenn sie die Wahl haben, dann m&#246;chten sie wohl eher kein Bittsteller bei der Bahn sein&#8230; und nehmen n&#228;chstes Mal doch wieder das Auto, oder?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich habe aus aktuellen Anlass mal bei Google nach Kundenorientierung und &quot;deutsche Bahn&quot; gesucht. Aus nahe liegenden Gr&#252;nden bekam ich nicht viele Treffer und auf den Bahn-Webseiten war nur ein einziger Treffer (auf Platz 17). 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