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Bedenkliches aus dem IT-Alltag

17. November 2012 um 11:02

Gib der Zukunft eine Chance, verwende das Futur

… schreibt mein Kollege Clemens seit einiger Zeit in seiner E-Mail-Signatur. Er hat festgestellt, dass es für die eigene Einstellung und für das Herangehen an Dinge einen Unterschied macht, wie man sich sich ausdrückt, weil das Ausdrücken die eigene Haltung und die der Zuhörer beeinflusst. Er hat das auch irgendwo gehört oder gelesen. Ich habe vergessen wo.

Hier ein Beispiel für eine geläufige Ausdrucksweise:

Wir müssen unbedingt die Performance von Anfang an bei dem Release 1.0 berücksichtigen.

Was passiert mit mir, wenn ein Kollege zu mir kommt und das so ausrückt? Das ist Druck, deutet aus ein Problem hin und auf (innere?) Widerstände. Wenn wir das wirklich ernst meinen, dann können wir uns etwas von dem inneren Druck nehmen.

Wenn wir das hingegen auf die Zukunft ausrichten, dann schauen wir nach vorne:

Wir werden die Performance von Anfang an bei dem Release 1.0 berücksichtigen.

Das drückt eine Haltung aus, keinen Zwang. Natürlich löst sich die Aufgabe dadurch nicht einfacher, aber die Haltung ändert sich in meinen Augen wirklich. Auch das Empfinden Zuhörer ist leicht anders.

Zwei andere Beispiele, die sich vorwiegend auf den Sprecher beziehen:

  • Ich muss noch den Tabellen-Entwurf des neuen Moduls beenden, bevor ich die Indexe für das Auswertungsmodul überprüfen kann.
  • Ich werde erst den Tabellen-Entwurf des neuen Moduls beenden, danach werde ich die Indexe für das Auswertungsmodul überprüfen.

Vielleicht haltet Ihr mich für verrückt, aber für mich macht das einen deutlichen Unterschied. Daher werde ich zukünftig das Futur öfter verwenden. Mal schauen, ob es sich bewährt … ;-)

Disclaimer: Genau wie bei guten Vorsätzen ist es auch hier wichtig das ernst zu meinen und zu tun. Damit ist nicht gemeint, dass über die Aussage vorher und nachher nicht mehr diskutiert werden darf. Es darf und sollte weiterhin diskutiert, geplant und priorisiert werden. Es verschiebt lediglich den Blick von Problem/Zwang hin zu Zukunft/Vorsatz.

26. November 2011 um 12:21

Andere beschenken

Offenbar lohnt es sich nicht nur an Weihnachten andere zu beschenken. Im Artikel "Why Spending Money on Others Promotes Your Happiness" wird beschrieben, dass die Zufriedenheit bzw. das Glücksempfinden größer ist, wenn man Geld für andere ausgibt als wenn man es für sich selbst ausgibt.
Die Frage, warum wir dann nicht öfter Geld für andere ausgeben wird auch beleuchtet.

Wer es lesen will: Ich musste erst mal nachsehen, was "insidious" bedeutet: "heimtückisch".

24. November 2011 um 18:13

Räumliche Erinnerung?

Im Artikel "How walking through a doorway increases forgetting" wird beschrieben, dass unser Gehirn Erinnerungen in eine Art Kapitel/Abschnitte einteilt. Wenn wir eine Tür durch schreiten, dann scheint damit so eine Art Abschnitt gewechselt zu werden, was die Erinnerung an Ereignisse aus anderen Abschnitten erschwert.

Klingt verrückt. Ich muss mal darauf achten, ob ich das bei mir beobachten kann…

15. November 2011 um 21:37

Unterbewusste Wahrnehmung

Mein Kollege Lars machte mich auf die Videos aufmerksam in denen Derren Brown mit der unterbewussten Wahrnehmung "spielt". Es ist schon erstaunlich, was man alles aufnimmt und wie starken Einfluss man damit nehmen kann. Und sei es nur in den ersten Minuten nach der Wahrnehmung…

Und fast das gleiche mit anderen Werbefachleuten.

14. Juni 2011 um 18:54

Beliebte Passwörter

Bei einem der Hacks in den letzten Wochen wurden auch einige Passwörter veröffentlicht. Die nun ohnehin öffentlichen Passwörter habe ich daraufhin mal ausgewertet (ja, nur die Passwörter, Benutzerdaten habe ich nicht gespeichert). Die Basis sind etwa 26.000 Passwörter, etwa 20.000 verschiedene wurden verwendet: Beliebt waren reine Zahlenkolonnen oder Wörter in Kleinbuchstaben.

Passwort Anzahl %
123456 671 2.59
123456789 212 0.82
12345 111 0.43
1234 75 0.29
12345678 72 0.28
password 66 0.25
1234567 65 0.25
1234567890 52 0.20
123 49 0.19
123123 41 0.16
111111 40 0.15
000000 36 0.14

Beliebt waren außerdem 112233, 987654321, qwerty (war eine amerikanische Seite), upload, 666666, 121212, 123321, 654321 und 555555. Was kann man dazu sagen?

Anhand der verwendeten Passwörter vermute ich, dass die Webseite keine Mindestlänge vorgab. Daher ist die Auswertung besonders interessant:

Passwortlänge Anzahl %
6 6453 24.90
8 5496 21.21
7 3868 14.92
9 2910 11.23
10 2779 10.72
5 1160 4.48
4 972 3.75
11 837 3.23
12 539 2.08
13 238 0.92
3 230 0.89

Offenbar findet eine Konditionierung auf 6 oder 8 Zeichen lange Passwörter statt… ;-)

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