… oder so würde ich die Lektion aus diesem Video zusammenfassen:
In der Computerwoche vom 20.Juli (ja, die kam erst jetzt bei mir an…
) las ich einen Artikel über die Studie "trendence Graduate Barometer 2009", die europäische Informatik-Studenten befragte: der favorisierte Arbeitgeber, erwartete Wochenarbeitstunden, das erwartete Einstiegsgehalt usw.
Wenig überraschend liegen auf den ersten 10 Plätzen ganz überwiegend us-amerikanische Firmen. Für mich überraschend kommt Siemens als erste deutsche Firma auf Platz 10 (Nokia liegt auf Platz 7). Krass finde ich die unterschiedlichen Gehaltserwartungen: Berufseinsteiger in Deutschland erwarten im Durchschnitt (!!!) ein Einstiegsgehalt von 40.689 Euro im Jahr. Natürlich ist das im Durchschnitt krass unrealistisch, wie die letzte Gehaltsumfrage von Heise zeigt. Aber viel krasser ist er Unterschied zu den polnischen Absolventen, sie erwarten im Durchschnitt 9.345 Euro Jahresgehalt. Das kann doch irgendwie nicht gut gehen, oder?
Wer eine kommentierte Fassung der gesamteuropäischen Ergebnisse wünscht, der wird beim Spiegel.de fündig.
Als ich gerade auf Gulp den Artikel "So entstehen Konflikte in IT-Projekten" las, musst ich schon schmunzeln. Hier werden drei Seiten vorausgesetzt: Der Auftraggeber/Fachabteilungen, die IT-Abteilungen und die externen IT-Berater. Der Autor schreibt:
Die IT-Berater sehen sich häufig als schwächstes Glied in der Triade. De facto haben sie jedoch sehr wirksame Macht-Mittel, wenn sie den Mut haben, das Kunden-Projekt oder ein paar Kunden-Termine zu sprengen.
Das stimmt freilich. Aber ist es weise das zu tun? Wenn man es geschickt anfängt ja. Wenn man nicht mit Fingerspitzengefühl gesegnet ist, dann sollte man es lieber lassen. Das Beispiel ist geschickt gewählt:
Die IT-Berater haben eine starke Liefer-Macht, das heißt, sie können unter bestimmten Bedingungen (Beistellungen nicht erfolgt, Tests der Fachabteilungen nicht ausreichend, strittige finanzielle Punkte) die Lieferung von erstellten Ergebnissen (z.B. Konzepte oder Software) in Teilen oder vollständig verweigern.
Als externer Berater sollte man meiner Ansicht nach tunlich den Eindruck vermeiden, dass man seine eigenen Interessen in den Vordergrund stellt. Das kommt gar nicht gut. Wenn man es aber schafft das Projekt bzw. den Projektfortschritt bei der eigenen Forderung in den Vordergrund zu stellen, dann wird das der Auftraggeber wohl eher nicht krumm nehmen. Ich gehe davon aus, dass man sich im Gegenteil damit Respekt verschafft.
Anderseits würde ich (als Auftraggeber) die Vergabe von neuen Aufträgen immer davon abhängig machen, wie zufrieden ich bei vergangenen Aufträgen war. Wenn man also wert auf Stammkunden und gute Referenzen legt, dann sollte man hier wohl eher behutsam agieren…
Wenn ich den Artikel "Rechtliche Aspekte zum Freelancer-Einsatz – Teil 4: Scheinselbstständigkeit oder Arbeitnehmerüberlassung?" ernst nehme, dann gibt es für Freelancer in der EDV nicht mehr viele Einsatzgebiete. Ich kann mir nur sehr wenige Aufgaben vorstellen in denen nicht wenigstens einer dieser Punkte erfüllt ist:
Bei uns wird es tatsächlich so gehandhabt, dass bei Werk- oder Dienstleistungsverträgen (z.B. Consulting) keine der Bedingungen erfüllt sein darf, weil sonst der Verdacht bestehen könnte, dass derjenige in den Betrieblichen Ablauf eingebunden ist. Daher ist eine normale Projektarbeit eigentlich nur mit Kollegen auf Arbeitnehmerüberlassungsbasis möglich. Werk- oder Dienstverträge gehen im Prinzip nur noch für Dinge wie
Früher war das weitgehend egal, aber erst kam bei uns die Welle mit der Vermeidung der Scheinselbstständigkeit und danach die Welle mit dem Ausschluss von potentieller, verdeckten Arbeitnehmerüberlassung. Und durch den Wechsel von langfristiger Featureplanung hin zu eher agiler Softwareentwicklung sind Werkverträge nicht mehr sinnvoll machbar. Wie geht es nun weiter?
Heißt das, dass es zukünftig viel weniger Freelancer geben wird?
In diesen Tagen muss ich mich wieder mit den Zielen beschäftigen: Es stehen die neuen Zielvereinbarungen an und natürlich die Zielerreichungsgespräche. Das ist schon eine ganze Menge Aufwand. Wenn ich da im "Harvard Businessmanager" lesen muss, dass Ziele ganz schön kontraproduktiv sein können, dann gibt mir das schon zu denken:
Viele Unternehmen verwenden Zielsysteme, die mit individuellen Vergütungen verknüpft sind. Kaum jemand stellt den Sinn dieser Systeme infrage. Vieles spricht jedoch dafür, dass sie nicht nur wenig nutzen, sondern sogar großen Schaden anrichten können.
Im Artikel "Management by Objectives: Führen ohne Ziele" steht noch mehr dazu. Insbesondere finde ich die von Herrn Stein vermuteten Irrtümer spannend:
Persönlich finde ich die Verknüpfung der Zielerreichung mit einem zu verteilenden Budget nicht so prickelnd. Ich frage mich, ob das reine ungefärbte Feedback nicht besser wäre… Dann kann man Fehler zugeben ohne das es gleich Geld kostet.
Aber da besteht wohl die Vermutung, dass die Ziele nicht ernst genommen würden, wenn es keinen monetären Anreiz gäbe. Mein Eindruck hingegen ist, dass die meisten Kollegen ohnehin gute Arbeit leisten wollen und ihnen Ansehen/Bestätigung/Lob wichtig ist. Diese Aspekte stehen bei der Zielerreichung schnell im Hintergrund, wenn das Geld ins Spiel kommt.
Das Fortune-Magazin veröffentlicht wieder die Liste der 100 besten Arbeitgeber. Ich vermute die Liste bezieht sich nur auf die USA. Dabei wurde Google diesmal überholt. Unklar ist, ob es daran liegt, dass der 5 Uhr Tee und der jährliche Ski-Ausflug gestrichen wurde, oder ob die anderen Firmen besser geworden sind…
Hier sind die "100 Best Companies to Work For 2009".
Heute auf der Heimfahrt sprachen wir über größere Firmen, die gerne zusätzliche Mitarbeiter über Zeitarbeitsfirmen beschäftigen. Die Mitarbeiter werden meist "Externe" genannt, manchmal auch "Fremdmitarbeiter" oder "Leasingkräfte". Einige empörten sich darüber, dass etliche größere Firmen seit langem solche Externe beschäftigen und die Leute damit ausnutzen würden.
Man kann sicher argumentieren, dass die "Mitarbeiter" besser dran wären, würden sie von der beauftragenden Firma direkt eingestellt. Dann würden sie besser bezahlt und müssten nicht ständig darum bangen, ob im nächsten Geschäftsjahr das Budget genehmigt wird oder weitere Projekte aufgezogen werden, die ihre "Zusatzkapazität" erforderlich machen. Allerdings muss ich da gleich sagen, dass die Bezahlungsgeschichte eine Mär ist: Es gibt einen gesetzlichen Anspruch das externen Leute für gleiche Tätigkeit wenigstens das gleiche Geld bekommen. Daher müssen die Leasingfirmen auch einem Tarifvertrag haben, der dem des Auftraggebers gleicht. Bei uns bekommen externe IT-Fachkräfte durchaus mehr als die fest angestellten Mitarbeiter. Gab es nicht bei Heise entsprechende Umfragen?
Andererseits ist der Hintergrund der Beschäftigung in der Regel eine unsichere Langfristplanung, weswegen die Firmen keine festen Mitarbeiter einstellen wollen. Dann müssen sie nämlich bei Einsparmaßnahmen keine Leute feuern, sondern können einfach die Verträge auslaufen lassen und neue Projekte sparsamer aufsetzen. Die Alternative wäre für die Firmen ja gerade nicht die Leute fest anzustellen, sondern eben gar nicht zu beschäftigen und die Aufgaben auf die eigenen Leute abzuwälzen (über Überstunden und Streichung von Projekten). Eine dauerhafte Erhöhung der Personalkosten ist meist das Letzte, was Firmen im Aufsichtsrat durchsetzen können.
So gesehen ist das doch eigentlich ein Win-Win-Szenario: Jemand, der ansonsten keine Stelle hätte, wird in guten Zeiten beschäftigt. Und Firmen denen es gut geht, müssen nicht ihre Fixkosten erhöhen.
Was man aber nicht vergessen darf: In schlechten Zeiten führt das dazu, dass etliche Leasingkräfte unter Umständen gar nicht beschäftigt werden können. Und das ist für jeden einzelnen Betroffenen schlimm. In schlechten Zeiten nutzt das System also nur den Firmen, die dadurch Kosten sparen und somit Verluste und Entlassungen abwenden können.
Letztes Jahr durfte ich auf der MID-Veranstaltung "Insight" einem Vortrag von Ivar Jacobson lauschen. Was soll ich sagen? Es war einfach ein Genuss. Der Vortrag war sehr amüsant und gespickt mit Erlebnissen aus seiner langen Erfahrung. Der Vortrag lautete:
Be Smart!
or
What they don’t teach you
about software at school
Die gute Nachricht: Die Folien des Vortrages von Ivar Jacobson stehen nun endlich auch online bereit.
Die schlechte Nachricht: Nur die Hälfte vom Gesagten steht darauf.
Bei Gulp.de gibt es gerade eine interessante Umfrage zum Neid von Festangestellten auf Freiberufler: Bei GULP.de rechts in der Spalte "Neid" die Punkte auswählen und abschicken oder gleich das Zwischenergebnis ansehen.
Die Fragen lauten:
Hm, wird hier bei den Fragen eine Tendenz suggeriert?
Wie ich gestern bei TecChannel.de las, gibt es das Dokument "Burnout in der IT-Branche" vom Rhein-Ruhr-Institut für Sozialforschung und Politikberatung zum freien Download. Erstellt wurde das offenbar im Projekt "Präventiver Gesundheitsschutz in der IT-Branche (ITG)". Es macht auf mich einen soliden Eindruck und sammelt gängige Informationen auf wenigen Seiten. Daher empfehle ich es jedem aus unserer Branche…
Wer sich erst mal einen ganz kurzen Überblick verschaffen will, ob sich die Lektüre der neun Seiten lohnt, findet bei Silicon.de eine gute Zusammenfassung.
Linktipp für Leute mit Sinn für Kundenorientierung: Hier hat es doch tatsächlich jemand geschafft allen Kniffen von HP zu trotzen und der EULA entsprechend sein Geld zurück zu bekommen. Echt krass sind auch ein paar der Kommentare, da scheint ein Insider dabei zu sein…
Hier geht es lang: "How I got a Windows Vista refund from HP"
Ist das eine Parodie oder ernst gemeint?
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