Glorf.it

Glorf IT

Bedenkliches aus dem IT-Alltag

31. März 2011 um 20:11

asymetrischer Preisvergleich: MySQL versus SQL Server

Als ich neulich über den etwas schrägen Preisvergleich von Oracle las, musst ich schon schmunzeln: Oracle vergleicht den Preis von MySQL mit dem des Sybase SQL Servers. Offenbar wird seitens Oracle Sybase nun wieder als Konkurrent wahrgenommen seit die zu SAP gehört. Der Vergleich mit Microsoft war ja klar. IBM wird hingegen nicht als Wettbewerber wahrgenommen.

Allerdings sollte man wohl eher MySQL mit dem Sybase SQL Anywhere vergleichen und Oracle mit dem Sybase SQL Server. Die beiden spielen aus meiner Sicht eher jeweils in der gleichen Liga. Auch den Vergleich mit dem Microsoft SQL Server Enterprise Edition finde ich nicht verhältnismäßig. Hier wäre doch wohl eher der Vergleich mit der Express-, der Web- oder maximal der Standard-Edition angesagt, oder?
Wer den Vergleich dennoch machen will, muss sich bei Oracle für den TCO-Calculator registrieren.

Aufmerksam wurde ich darauf durch den Artikel "MySQL Enterprise Edition gegen SQL Server auf silicon.de.

31. März 2011 um 19:45

Die richtige Werbung am falschen Ort?

Ja, jetzt weiß ich auch, warum Herr Mappus die Wahl verloren hat: Jägermeister ist mit ihrer subversiven Werbung schuld: Was für eine Flasche!"

Dieser Kommentar zum Landtag hat aber offenbar nicht die Wahlbeteiligung gedrückt.

25. März 2011 um 20:49

Attunity und kein Denali

Gestern erlebte ich einen überraschenden Abend auf der "Roadshow – Enabling operational BI & efficient ETL" von Attunity auf der SQL-PASS Franken. Ich entnahm der Einladung wohl fälschlicherweise, dass die SQL-Server-Techologie "Change Data Capture" (CDC) von Attunity stammte und von Microsoft lizensiert wurde. Auf der Präsentation konnte man den Eindruck auch gewinnen, bis mich eine Kleine Bemerkung misstrauisch machte. Erst auf meine zweite Nachfrage kam deutlich heraus, dass die CDC-Technologie von Microsoft und Atunity rein gar nichts miteinander zu tun haben. Es handelt sich um Konkurrenzprodukte.

Es war nämlich doch eine Marketingveranstaltung. Die Preise erfuhr ich erst auf penetrantes Bohren beim Vertriebler, es geht bei 30.000 bis 40.000 Euro pro CPU (gemeint ist Socket) los. Wenn ich es richtig verstanden habe, dann hat Microsoft lediglich einen CDC-Provider für Oracle und einen ODBC-Treiber für irgendeinen Exoten lizensiert.

Der Techniker hat seine Sache recht gut gemacht, weil er die Vorteile des Produktes gut darstellte. Leider waren seine Beispiele mit einer Oracle-Datenbank. Schon seltsam bei einer Präsentation bei der SQL-Server-User-Group Franken… Immerhin erwähnte er den SQL-Server ab und an. er beschrieb, dass Microsoft ihnen die interne Dokumentation zu verstehen des Tranlogs zur Verfügung stellte. (Das war in dem Teil als alle noch dachten, Denali enthalte die gerade vorgestellte Technologie.) Tatsächlich ist es aber wohl so, dass gar nicht direkt das Tranlog gelesen wird, sondern im Quell-SQL-Server ein Replikationspublisher eingerichtet wird. Der "Router" des Attunity-CDC scheint dann der Empfänger zu sein und die Daten vom SQL-Server auszuwerten. Naja, dann werde ich mich wohl doch selber in die MS-Technologie "Change Data Capture" einlesen müssen. Ich hatte mich schon gefreut, das ganz bequem serviert zu bekommen. Statt dessen kam Marketing für etwas was ich niemals einsetzen werde…

17. März 2011 um 22:05

Roadshow bei der SQL-PASS Franken: Roadshow – Enabling operational BI & efficient ETL

SQL-PASSNein, der Monat ist noch nicht rum, aber in diesem Monat gibt es bei uns in Nürnberg ein besonderes Highlight bei der SQL-PASS-Franken: die "Roadshow – Enabling operational BI & efficient ETL using Attunity CDC solutions for SQL Server". Hier geht es um einen "Sneek peek Denali". Im Rahmen ihrer weltweiten Roadshow konnten unser Regional-PASS-Vorsteher Klaus und der ein paar PASS-Deutschland-Vorstände die Firma Attunity davon überzeugen, auch bei uns in Nürnberg einen Zwischenstopp einzulegen.

Der Termin ist am Donnerstag, den 24.03.2011 um 18:30 Uhr.
Er findet wieder im Vortragssaal der New Elements GmbH (Thurn-und-Taxis-Straße 10, 90411 Nürnberg) statt. Das könnte eng werden, daher bitte vorher bei Michael Deinhard (M.Deinhard(ät)newelements.de) oder Klaus Oberdalhoff (kob(ät)sqlpass.de) anmelden, damit die Anzahl der benötigten Stühle abgeschätzt werden kann.

Warum geht es?

Microsoft kaufte offenbar wiederholt Technologie von der Firma Attunity ein, z.B. "Change Data Capture" (CDC). In dem Vortrag wird genau die Technologie vorgestellt, die auch in Denali noch erweitert wurde.

Das Thema CDC – Change Data Caputure – ist ein SQL 2008 Feature, um Tabellen-Änderungen in separaten Tabellen zu speichern. Protokolliert wird INSERT, UPDATE und DELETE, aber nicht über Trigger mit den daraus folgenden Performance-Problemen. Bei CDC greift der SQL-Server auf die Transaktionen im Transaction-Log zu, CDC ist also asynchron und damit unter Performance-Gesichtspunkten ideal.

Der Einsatzbereich ist vor allem das inkrementelle Laden von Data-Warehouses und das Auditing von OLTP-Systemen. Siehe Books Online.

Hier noch mehr O-Ton von Klaus:

Besonders interessant ist der englischsprachige Vortrag, da die Attunity CDC (und HDC) Technologie von MS eingekauft worden ist und in den SQL Server (Codename Denali) integriert wird. In soweit ist dieser Vortrag ein Preview für das CDC-Feature des SQL Servers Denali.

Alle, die an Performance interessiert sind, sollten sich diesen Vortrag anhören. Tobias (ein Mitglied unserer RG [Regionalgruppe, Anm. v. Thomas]) erzählte mir, als ich ihn kürzlich zu dem bevorstehenden Vortrag ansprach: „Wow – Attunity kenne ich, die haben einen HDC-Treiber, der uns von unseren schlimmsten Performance-Problemen erlöste. Wir hatten ein Problem mit einer regelmäßigen Übertragung zwischen ORACLE und dem SQL-Server, der mit den Standard-Microsoft-Bordmitteln ca. eine Stunde dauerte. Wir haben den HDC-Treiber von Attunity eingebaut und seitdem dauert die gleiche Übertragung fünf Minuten !! Also diese Fa. will ich kennenlernen. Ich komme auf jeden Fall zu einem der Vorträge“. (Nein, kein billiger Werbe-Gag, O-Ton von Tobias – ich war selbst SEHR überrascht, da ich ihm diese Zeitdifferenz anfangs auch nicht glaubte). Auch dieser Treiber ist seit dem Deal mit MS ein Bestandteil von Denali.

OK, nun aber zur Beschreibung des englischen Vortrages:

Roadshow – Enabling operational BI & efficient ETL
Attunity's recently announced OEM agreements solidify Attunity as Microsoft's premier technology partner for connectivity and change data capture. Attunity's innovative Change Data Capture (CDC) technology is included in the upcoming release of SQL Server Denali and this is your chance to understand how Attunity CDC can make dramatic improvements to operational BI and ETL projects in your heterogeneous environment.

This seminar will cover:

  • The challenges being faced when implementing operational BI and ETL projects
  • Key CDC concepts, including how changes are identified, captured & delivered
  • Demonstration of Attunity’s award winning CDC Suite for SSIS
  • Deep dive into the underlying technology using an end-to-end solution
  • Successful customer case studies

Why you should attend:

  • Learn how to leverage your existing SQL Server & SSIS skills to provide operational BI, reduce load on operational systems & dramatically reduce ETL load times
  • Find out how others have been successful with CDC technology
  • Enjoy refreshments & network with your peers!

Normalerweise klingt das nach einer "prächtigen" Werbeveranstaltung. Aber man muss wissen, dass Attunity ihre Technologie bereits in den SQL Server integriert hat. Wenn man den SQL-Server kauft, dann hat man deren Technologie bereits und muss nichts weiter zahlen. Ich versuche zu kommen…

Update 25.3.2011: Das war eine Werbeveranstaltung. Attunity hat mit der Microsoft-Technologie "Change Data Capture" rein gar nichts zu tun. Sie haben lediglich ein Produkt was eben genau so heißt. Wenn ich es gestern richtig verstanden habe, dann kam die Technologie von Attunity nach der von Microsoft raus und ist extrem kostspielig.
Mehr Details.

14. März 2011 um 22:26

SQL-PASS Franken: Entscheidungsfindung im Komplexitätszeitalter

SQL-PASSUnglaublich, aber wahr. Jetzt ist schon wieder ein Monat rum und ich hätte fast vergessen auf die nächste SQL-PASS-Veranstaltung in Franken aufmerksam zu machen. Der Vortrag lautet "Entscheidungsfindung im Komplexitätszeitalter" von Dr. Sebastian Hetzler von der Firma Tonbeller. Da in der Beschreibung das Wort SQL nicht vorkommt, verkneife ich mir hier technische Kommentare, sondern sende den O-Ton:

Entscheidungsfindung im Komplexitätszeitalter
– Konsequenzen für die Informationstechnologie -
Der Umgang mit der zunehmenden Komplexität ist die größte Herausforderung des Managements im 21. Jahrhundert. Dauerhaft erfolgreich werden nur diejenigen Organisationen sein, die Vielfalt und schnelle Veränderung intelligent zu nutzen wissen, um Wettbewerbsvorteile zu schaffen und zu verteidigen. Nahezu Alles, was bisher in Zeiten weitestgehender Stabilität und Kontinuität erfolgreich war, funktioniert unter den Bedingungen hoher Vielfalt und schneller werdender Veränderungen nicht mehr. Dies gilt insbesondere für die Methoden und Werkzeuge zur Planung und Entscheidungsfindung.

Dr. Sebastian Hetzler zeigt in seinem Vortrag:

  • was im Komplexitätszeitalter anders ist,
  • wie Entscheider systematische Fehler im Umgang mit Komplexität vermeiden können,
  • welche Rolle Informationstechnologie für den erfolgreichen Umgang mit Komplexität spielt,
  • wie datenbankgestütze Entscheidungsunterstützungssysteme im Komplexitätszeitalter zu gestalten sind.

Es werden anschaulich und praxisnah Lösungsansätze vorgestellt, mit deren Hilfe Organisationen fit für das 21. Jahrhundert gemacht werden können.

Referenten Information

Dr. Sebastian Hetzler hat sich als langjähriger Berater, Trainer und Entwickler am renommierten Malik Management Zentrum St. Gallen intensiv mit dem erfolgreichen Management von Komplexität in Theorie und Praxis auseinandergesetzt. Seit 2008 ist er im Vorstand der TONBELLER AG und verantwortet dort den Gechäftsbereich „Management Intelligence“, der innovative Lösungen zur Planung und Entscheidungsunterstützung in komplexen Fragestellungen für seine Kunden entwickelt.

Herr Hetzler ist Autor des im Campus-Verlag in der Edition Malik erschienenen Buchs „Real-Time-Control für das Meistern von Komplexität – Managing Change durch kontinuierlich richtiges Entscheiden“ und zahlreicher Artikel zum Themengebiet Kybernetik und Bionik.

Einen längeren Werbeabsatz für die Firma Tonbeller habe ich mal weggelassen. Davon hören Interessierte möglicherweise auf dem Vortrag auch noch einiges. Ich selber kann aus dienstlichen Gründen nicht kommen. Echt! Auch die obige Beschreibung ist übrigens echt und nicht etwa von mir persifliert. Ähnlichkeit mit Beschreibungen zu einschlägigen Management-Vorträgen waren so im Original enthalten. Entscheider voraus! 😉

Wer also unter Euch Entscheidern Organisationen fit für das 21-te Jahrhundert machen will, der sollte in den Vortragssaal der New Elements GmbH (Thurn-und-Taxis-Straße 10, 90411 Nürnberg) kommen. Mit den Öffentlichen ist das etwas blöd zu erreichen, aber der Online-Fahrplan der VGN hilft bei der Planung.

Der Termin ist am Dienstag, den 15.03.2011 um 18:30 Uhr.

Der Eintritt ist – wie immer – frei, auch Nicht-PASSler sind herzlich eingeladen. Bitte dennoch bei Michael Deinhard (M.Deinhard(ät)newelements.de) oder Klaus Oberdalhoff (kob(ät)sqlpass.de) anmelden, damit die Anzahl der benötigten Stühle abgeschätzt werden kann.

14. März 2011 um 21:23

Performance-Tipps

Derzeit ist wieder Performance-Saison, daher konnte ich nicht umhin in diese Performance-Dokumente rein zu schauen, die gerade wieder durch das Internet geistern:

11. März 2011 um 19:47

Was ist TDS?

Gestern fragte mich ein Kollege was denn TDS sei. Hintergrund war eine Fehlermeldung in der die Abkürzung für Tabular Data Stream (TDS) vor kam. Darauf kann man eigentlich nur eine lange Antwort geben, ich entschied mich aber für die kurze, die aber weitere Fragen aufwirft:

TDS ist ein ursprünglich von Sybase entworfenes und dann von MS erweitertes Datentransport-Protokoll. Damit schickt der SQL Server (quasi als Nutzlast innerhalb der IP-Pakete) seine Daten und Befehle zum SQL-Client und umgekehrt.

Microsoft hat eine ausführlichere Antwort in den Books-Online.

Die Spezifikation gibt es für Hardcore-Netzwerker sowohl von Sybase als auch von Microsoft in deren jeweiligen aktuellen Fassungen.
Für den NetMon gibt es mittlerweile einen Parser, damit man sich TDS "lesbar" anzeigen lassen kann.

2. März 2011 um 20:13

Zum Lügen verleitet

Nicht nur in der Erziehung, sondern auch im Alltag erlebe ich immer wieder Fragen auf die es nur eine richtige Antwort geben kann. Und da genau die dann meistens kommt, ist es oftmals eine Lüge…

Heute kam nach dem Systemstart eine Updatemeldung von Adobe, die mich fragte, ob ich die Lizenzbestimmungen gelesen habe. Ich hatte nur die Möglichkeit weiter zu kommen, wenn ich den Haken setzte bei: Ja, habe ich gelesen. Das finde ich nicht in Ordnung. Jeder weiß, dass die Lizenzbedingen nicht gelesen werden. Können die nicht eine Option "habe ich nicht gelesen und sind mir auch egal, ich trage die aber auch die Konsequenzen" anbieten?

Warum will diese Firma überhaupt von mir, dass ich bei jedem Sicherheitsupdate erneut die Frage beantworte? Können die nicht ein Update leise im Hintergrund durchführen? Legen sie wirklich Wert darauf, dass mir immer wieder bewusst wird, wie fehlerhaft Adobe-Software ist?

1. März 2011 um 20:36

Innovationen aus der Praxis

Artur Fischer ist für mich der prototypische Erfinder: Sehr viele Ideen konnte er umsetzen. Nicht nur seine legendären Dübel, sondern jede Menge andere Erfindungen. Aber offenbar muss man in den Firmen gar nicht auf so seltene Ausnahmepersönlichkeiten setzen, sondern seine Firma für die Ideen aus der Praxis öffnen. Im Artikel "Auf fast perverse Weise amüsant" bei TechnologyReview schildert Eric von Hippel seine Forschungsergebnisse:

Eric von Hippel: Wir haben herausgefunden, dass 6,2 Prozent der britischen Bevölkerung – das sind 2,9 Millionen Menschen – in den vergangenen drei Jahren entweder eigene Produkte geschaffen oder bestehende zumindest verändert haben. Dafür gaben sie 2,3 Milliarden Pfund aus – mehr als doppelt so viel wie alle britischen Firmen, die Verbraucherprodukte herstellen, zusammen genommen.
TR: Was genau machen diese Menschen?
Von Hippel: Sie programmieren beispielsweise ihre Waschmaschinen um, so dass die sich nur im Schleudergang nutzen lassen. Oder sie bearbeiten den Fressnapf ihres Hundes, damit er beim Fressen nicht mehr hin und her rutscht. Andere bauen Angeln so um, dass sie damit Bäume beschneiden können, wieder andere programmieren auch ihre GPS-Geräte um, damit die leichter bedienbar sind.

Tatsächlich dachte ich immer, dass ich mich in einem besonders kreativen Umfeld bewege, weil ich sehr viele Leute kenne, die selber basteln und fertige Produkte "verbessern". Das scheint aber doch recht verbreitet zu sein…

|