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Bedenkliches aus dem IT-Alltag

7. April 2008 um 19:37

Phun auf dem eigenen PC

Wenn man die Infos auf der Seite der Schweden "Phun – visual and interactive 2D physics" nachlesen kann, verstehen sie ihre Software als Edutainment (Unterhaltungs-, Spiel- und Lehrsoftware). Ich finde das richtig gut. Damit kann man eigene "Was-passiert-dann"-Szenarien erstellen und verschiedene (einfache) Situationen durchspielen, die mit Bewegung von Dingen zu tun haben. Echt cool.

Den Download gibt es hier. Ich habe das ZIP-Archiv genommen, das kann man ohne Installation benutzen. Die Erstellung von eigenen Szenarien ist aber ohne Einarbeitung doch nicht ganz so einfach, wie es aussieht… Immerhin es geht.

Wenn man mag, dann kann man bei YouTube in der Phun-Gruppe eigene Videos bereitstellen. Dort gibt es schon ein paar.

5. April 2008 um 18:49

Visuelles Musizieren

Die Seite "Visual Accustics" finde ich sehr entspannend. Es ist völlig sinnfrei, macht aber richtig Spaß einfach mal verschiedene Dinge auszuprobieren. Es ist schön, dass man selber bestimmen kann, welches "Instrument" als Vorlage dient.

Das erinnert mich etwas an "noctinuca neonlight". Hier muss man die Maus bewegen und erzeugt damit Töne. Wenn man klickt, dann kommt die nächste Art dran.

4. April 2008 um 21:29

Jenga-Design

Jenga
Mein Kollege Felix erklärte mir heute was Jenga-Design ist: Ohne Rücksicht auf die Folgen oder das ursprüngliche Konzept werden Teile der Software entfernt und dafür an anderer Stelle Funktionen draufgepackt. Ich fand das Bild sehr schön und verstand sofort was gemeint ist. Es ist quasi das Architektur-Pendant zum Spaghetti-Code. Ich denke, mir fallen da Beispiele ein, kannte das aber bisher unter dem Ausdruck "Rucksäcke dran bauen" (früher auch mal "Balkone anbauen", das habe ich aber schon ewig nicht mehr gehört).

Damit will ich nicht sagen, dass jede Art der Erweiterung gleich zu Jenga-Design führt. Aber wenn die Änderung ganz fix gehen muss ("mal eben schnell") oder das Gesamtkonzept nicht berücksichtigt wird, dann kann das schnell passieren… 😉

4. April 2008 um 18:32

Sind wirklich alle 404er Seiten gleich?

Offenbar gibt es ein paar Webdesigner, die erkannt haben, dass es mehr gibt als eine langweilige 404er-Seite: 17 brilliant 404 pages and why they are cool

3. April 2008 um 18:50

Manche Fehler sind eine Klasse für sich

Ein Kollege machte mich die Tage darauf aufmerksam, dass bei der Bitkom der Leitfaden zur Fehlerklassifikation für Software letzte Woche endlich online verfügbar gemacht wurde. Darin wird ziemlich gut beschrieben, warum die Klassifizierung von Fehlern sinnvoll ist. Die Beispiele im Anhang finde ich dabei ziemlich nützlich.

Hier der Link zum PDF.

3. April 2008 um 18:28

Hacking um physisch zu verletzen

Offenbar haben kranke Naturen eine neu Art entdeckt, wie sie anderen schaden können: Leser in einem Epilepsie-Forum wurden mittels Java-Script automatisch auf eine andere Seite umgeleitet. Diese Seite enthielt ein bewegtes Muster, dass mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit epileptische Anfälle bei gefährdeten Personen hervorruft. Das dürfte der erste Fall sein, in dem Hacker absichtlich bei den Betroffenen physische Schäden herbeiführten.

The attackers turned to a more effective tactic on Sunday, injecting JavaScript into some posts that redirected users' browsers to a page with a more complex image designed to trigger seizures in both photosensitive and pattern-sensitive epileptics.

Hier sind die Details: "Hackers Assault Epilepsy Patients via Computer"

2. April 2008 um 22:45

kein Anschluss unter dieser Nummer?

Eben doch: die Domäne "donotreply.com" gibt es wirklich, ebenso "nospam.com" bzw. "nospam.de".
Wen es interessiert, welche Post die Inhaber solcher Domänen bekommen, der kann ja mal den Bericht "They Told You Not To Reply" lesen. Darin wird beschrieben, wie viele Firmen sich den Kontakt zu Kunden vorstellen und wie das in die Hose geht…

2. April 2008 um 21:50

Die Hälfte aller Glücksfaktoren sind beeinflussbar

Wenn man dem Artikel "Liegt das Glück in den Genen?" glaubt, dann wird die Hälfte der Glücksfaktoren durch die Gene bestimmt. Wie man das interpretiert hängt davon ab, ob man ein "Glas-halb-voll"- oder ein "Glas-halb-leer"-Typ ist. Insgesamt gesehen sind die Erkenntnisse dann aber wohl doch nicht so bahnbrechend:

Die Forscher fanden heraus, dass Menschen, die sich nicht zu viele Sorgen machten, kontaktfreudig waren und pflichtbewusst waren, tendenziell glücklicher waren. Diese Kombination von Eigenschaften könnte als eine Art emotionale Reserve des Glücks dienen, die in Zeiten einer seelischen Belastung schützt.

Aus Vergleichen der eineiigen und zweieiigen Zwillinge ermittelten die Wissenschaftler, dass die Persönlichkeitszüge zur Hälfte genetisch beeinflusst werden. Die andere Hälfte der Unterschiede zwischen den Menschen und ihrer Zufriedenheit im Leben wird durch Faktoren bestimmt, die in gewissem Ausmaß beeinflusst werden können, wie Beziehungen, beruflicher Erfolg und Gesundheit.

Wenn man also eher dazu neigt schwarz zu sehen, dann kann das an der Prägung liegen, an den gemachten Erfahrungen (bzw. an der Interpretation der gemachten Erfahrungen) oder an den Genen. Letztlich liegt es immer noch an einem selber zu erkennen, ob man mit sich mit seinen Persönlichkeitszügen akzeptieren kann und dann an denen zu arbeiten, die man beeinflussen kann…

2. April 2008 um 21:41

Bauruinen

Gestern und heute suchten wir nach dem Sinn eines Softwaremoduls, dass 2002 mal geschrieben wurde und immer noch bis heute durchgeschleppt wird. Da der verantwortliche Mitarbeiter mittlerweile nicht mehr bei uns ist, gestaltete sich das schwieriger als erwartet. Es stellte sich heraus, dass der entwickelte Code überhaupt nicht genutzt wird. Genau genommen wurde er nie genutzt. Der Auftraggeber hatte dann wohl kein Interesse mehr…

Das Problem bei komplexer Software ist, dass es recht bald niemandem mehr gibt, der noch den kompletten Überblick hat. Um den Gesamtblick zu haben, muss man dann mehrere Leute zusammentrommeln. Dann findet man sogar noch die alten Pläne und Konzepte.

Als ich auf der Fahrt in der ct von den Hobby-Historikern bei lostplaces.de las, machte ich mich heute abend auf die Suche nach "bekannten" Bauruinen in der Software-Entwicklung:

  • Fiscus war ein Riesenprojekt, dass die Software in den Finanzämtern ablösen sollte. Was für eine gigantische Pleite…
  • Welche Hoffnungen setzten wir auf das Dateisystem "Windows Future Storage (WinFS)"…
  • "Microsoft Windows Neptune" – statt dessen kam Windows ME. Welch eine Enttäuschung…
  • Das Spiel "Duke Nukem Forever", nach elf Jahren Entwicklung glaubt eigentlich niemand mehr, dass das noch mal fertig wird.
  • OS/2 – in meinen Augen jedenfalls eine Bauruine, weil Microsoft dann auf WindowsNT umschwenkte und IBM im Regen stehen ließ. (Obwohl echte Fans natürlich sagen, dass es ausgereift sei und heute noch lebe.)

Fallen Euch noch andere ein?

PS: Wer Spaß an Bauruinen hat, dem gefällt bestimmt auch die Sammlung aus Florida

1. April 2008 um 20:31

Meldungen des Tages

Anbei einige außergewöhnliche Meldungen, die ich gerade heute erwähnenswert finde:

Weitere allerdings veraltete Meldungen zum heutigen Tage stehen auch in der Wikipedia.

31. März 2008 um 21:07

Computerspiele gut für die Karriere?

Ausschnitt aus dem DeckblattWie man auf computerwoche.de nachlesen kann, hat eine von IBM gesponserte Studie nachgewiesen, dass Computerspieler gut auf Managerjobs vorbereitet werden. Da ich weder WoW noch die üblichen Shooter spiele, kann ich das nicht wirklich kommentieren. Aber ich vermute mal, dass es darauf ankommt, welche Eigenschaften man bei einem Manager besonders ausgeprägt haben möchte…

Hier die Vorzüge aus dem Artikel "Spielefreaks werden die besseren Manager":

Nach Meinung der amerikanischen Wissenschaftler sind es vor allem fünf Punkte, die die Führungskompetenz durch die elektronische Ballerei verbessern:

1. Der Spieler lernt das projektorientierte Abarbeiten von Aufgaben kennen.
2. Er lernt, aktuelle Informationsquellen als Entscheidungsgrundlage zu nutzen.
3. Er verbessert seine Fähigkeit, die Kompetenzen von Mitspielern einzuschätzen.
4. Er lernt, innerhalb von klaren Anreizsystemen zu arbeiten oder solche Systeme zur Motivation anderer zu nutzen.
5. Er lernt, verschiedene Kommunikationsmedien zweckdienlich zu nutzen.

Ballern für die Karriere? Das ist immerhin mal eine ganz neue These und unterscheidet sich erfrischend von der "üblichen" Ansicht: Ballerspiele fördern Aggressivität. Hm, jetzt komme ich ins Grübeln – widerspricht sich das wirklich?

Der originale Artikel stand wohl mal kurz frei zugänglich rum, jetzt bekommt man ihn nur noch über den Google-Cache.

Hier die Links zu den PDFs:

Als ich mir den Inhalt der Studie ansah, war ich doch etwas enttäuscht, denn das scheint weniger auf Untersuchungen als auf Vermutungen und Einzelfällen zu basieren. Wenn es nicht schon heute in den Nachrichten wäre, dann könnte das auch prima als Aprilscherz durchgehen. 😉

Update: Der originale Artikel bei IBM ist auch wieder ohne Passwort erreichbar.

31. März 2008 um 20:37

4 Millionen Kreditkarten-Daten mit böser Absicht geklaut

Als ich bei Heise.de den Artikel "4 Millionen Kreditkarten-Datensätze bei US-Lebensmittelhändler geklaut" las, musste ich erst mal an die vielen platten Beschwichtigungen denken, die man so hört: Ich habe doch nichts zu verbergen, meine Daten kann jeder haben. Ob der Chef der Supermarktkette auch so gedacht hat?

Die US-Lebensmittelkette Hannaford Bros. hat sich zwischen dem 7. Dezember 2007 und dem 10. März dieses Jahres rund 4 Millionen Kreditkartennummern klauen lassen. […]
Die Schadsoftware soll die Kreditkartendaten abgegriffen haben, wenn Bezahldaten von den Point-of-Sale-Geräten in den Filialen des Unternehmens an die Server zur Autorisierung der Transaktion übertragen wurden. Die gestohlenen Kreditkartennnummern und die zugehörigen Ablaufdaten wurden anschließend an Server in Übersee transferiert.

Mich würde interessieren, wie das "übliche" Vorgehen in so einem Fall ist? Hat die Firma alle betroffenen Personen informiert, dass sie ihre Kreditkarte sperren sollen? Oder wendete sich der Supermarkt-IT-Chef gleich an die Banken und die haben die Kunden informiert? Oder werden die Betroffenen bei sowas gar nicht persönlich informiert? Irgendwann vor ein paar Monaten las ich den Rat eines Fachmannes, dass die Firmen die Kunden auf keinen Fall direkt ansprechen sollen, weil das im Falle von Schadenersatzforderungen quasi als Schuldeingeständnis gewertet werden könne. Das hat mich so frustriert, dass ich den Rest nicht mehr gelesen habe. Eigentlich schade, weil mehrere Experten zu Wort kamen und andere das möglicherweise anders sahen.

Ein PS zur Überschrift: mir ist klar, dass Diebstahl so gut wie immer mit böser Absicht geschieht, aber ich wollte deutlich zum Ausdruck bringen, dass den Dieben hier nicht der Zufall geholfen hat. Das war von langer Hand geplant und genau das Ziel der Diebe. Es gibt wirklich solche Leute…
Wenn man das zusammen mit der Nachricht "Online-Shop verhökert geklaute Kreditkartendaten" betrachtet – dort werden pro Kreditkartendatensatz (inkl. Kontrollnummer) – immerhin 10 Euro verlangt – dann bekommt das eine ganz neue Dimension.