Glorf.it

Glorf IT

Bedenkliches aus dem IT-Alltag

13. März 2007 um 20:53

IT Security als Luftblase

Während meiner Zwangspause bekam ich ein Probeexemplar einer neuen Zeitschrift ins Büro zugestellt: "IT Security". Mit der "Überschrift" "Sicherheit im Unternehmen". Von dem Verlag habe ich schon mehr Hefte bekommen. Meist sind sie ganz amüsant und man kann etwas rausziehen.

Aber dieses Heft kann ich nicht so richtig von der Zielgruppe her einordnen. Das Niveau ist relativ einzigartig: sogar für Manager dürfte es noch zu oberflächlich sein. Zumindestens würde ich mir wünschen,
dass es es den Manager, die so etwas lesen, zu wenig konkret ist und zu viele Allgemeinplätze enthält.

Das einzige wirklich konkrete ist die Zusammenfassung einiger Umfragen und Zahlen, die das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnologie (BSI) auf deren Homepage veröffentlichte.
Aber auch hier bewegt sich das auf dem Niveau "55% aller Internetsurfer sind Administrator".
Dem Heft liegt für Abonnenten (bin ich nicht) offenbar auch eine CD bei. Vielleicht hat die CD es aber auch bloß nicht durch unsere Virenprüfung geschafft? 😉

Normalerweise hätte ich das Heft glatt ignoriert oder mich einfach etwas darüber amüsiert, aber wenn man bei 2-monatiger Erscheinungsweise 20 Euro pro Heft verlangt, der sollte meiner Ansicht nach deutlich mehr bieten als die Artikel in dieser Erstausgabe… Ich bin mal gespannt, wo sie die obligatorischen Gratulanten hernehmen, die in der zweiten Ausgabe das Heft über den grünen Klee loben.

12. März 2007 um 20:45

"Weizenbaum. Rebel at Work" bald in Erlangen

Das hätte ich ja nicht gedacht, dass der Film "Weizenbaum. Rebel at Work" sogar in Erlangen gezeigt wird. Hurra!
Peter Haas schrieb es heute als Kommentar zu meinem ältlichen Artikel:

Es ist soweit! So wie es heute aussieht, kommen wir tatsächlich nach Erlangen, zum Tag der Informatik! Das wäre dann der 4.5.2007 und wir kommen gerne! Bitte einfach auf unserer News-Seite verfolgen: http://www.ilmarefilm.org/W_D_7.htm Grüsse, Silvia und Peter

Die weiteren Daten der Reise stehen auf deren Webseite! Dort gibt es im Downloadbereich auch Trailer und alles was das Herz begehrt.

10. März 2007 um 17:08

Stehaufmännchen

Nachdem ich jetzt fast eine Woche lang völlig disabled war, weiß ich unsere Medizin wieder deutlich mehr zu schätzen. Die Nebenwirkungen von Antibiotika sind zwar auch nicht schön, aber aus einer höheren Perspektive gesehen, doch zu verkraften…

Ich will damit sagen: Ich bin wieder da…

Wen interessiert, wie die verschiedenen Arten von Antibiotika wirken, kann mal bei Quarks&Co nachlesen. Ich bekomme derzeit ein Chinolon, weil ich Peneciline nicht vertrage.

28. Februar 2007 um 22:39

Ausführen von IE6 und IE7 auf demselben Computer

Letztes Jahr im November sorgte ein Artikel aus dem IE-Blog für Furore: Damals wurde ein Image von Windows XP mit bereits installiertem Windows XP für Virtual PC zum allgemeinen, kostenlosen bereit gestellt. Die Lizenz ist bis April gültig. Dann sollte weiter überlegt werden, wie damit umgegangen wird. Bis April ist es nicht mehr weit.

Daher wundert es mich sehr, dass am 12.2. 2007 genau dieser alte Artikel übersetzt, aber unverändert in die MSDN aufgenommen wurde: Ausführen von IE6 und IE7 auf demselben Computer.

Da MSDN-Artikel eine sehr lange Haltbarkeit haben, könnte das eine Vorentscheidung sein, diese Images weiterhin bereit zu stellen… Oder mahlen die Mühlen der Bürokratie bei MS einfach nur langsam?

16. Februar 2007 um 21:20

Anti-Werbung von Sybase

Heute bekam ich schon wieder eine Einladung doch als Referent auf der Sybase TechWave 2007 aufzutreten. Aber nicht, weil ich so tolle Schulungen halte, sondern weil sie das jedem schicken, der mal auf einer von ihren Konferenzen als Teilnehmer war. Ich finde es ja schon eher peinlich, dass sie so um Referenten betteln müssen. Bei SQL-Server-Veranstaltungen von Microsoft gibt es genug "Berater", die gerne für sich Werbung machen.

Noch unangenehmer finde ich schon, dass sie mit folgenden Argument versuchen Referenten zu gewinnen:

Be Selected – This is a terrific opportunity to have your solution showcased in front of a select group of peers.

Genau solche Vorträge verleiden mir die Teilnahme an Konferenzen: Jede Werbeveranstaltung ist eine zu viel. Und die machen auch noch Werbung damit…

15. Februar 2007 um 20:45

Umfrage nach erwarteten relativen Veränderungen

Wie aussagekräftig ist es, wenn ich jemanden nach den erwarteten relativen Veränderungen befrage?
Mal ein Beispiel: "Bitte denken sie kurz darüber nach wofür sie in diesem Jahr vermutlich wie viel Geld ausgeben werden. Und jetzt sagen sie bitte, in welchem Bereich sie die größte Steigerung für alle Menschen in Deutschland erwarten?"

Wenn ich jetzt mal von meinen eigenen Ausgaben fiktiven Ausgaben ausgehen würde, käme ich auf folgende Rechnung:

vermutete Ausgaben:
110 Euro für CDs (letztes Jahr 100 Euro), -> +10%
400 Euro für Hardware (letztes Jahr genau so viel) -> 0%
14 Euro für Kaugummi (letztes Jahr 10 Euro) -> +40%

Also mein Gewinner wäre ganz klar Kaugummi. Ich vermute, dass alle in Deutschland so sind wie ich, naja, vielleicht finden andere Kaugummi noch toller, also sagen wir mal 50%!

Welche Aussagekraft hätte so eine Umfrage? Das meiste Geld würde ich ja für einen anderen Bereich ausgeben…

Genau so eine Umfrage wurde bei Gulp durchgeführt und fragte

[…] welches Skill wird heuer seine Attraktivität im Markt besonders steigern können? GULP hat diesbezüglich bei 862 IT-Freiberuflern und 79 Projektanbietern nachgefragt.

Wen die Ergebnisse trotzdem interessieren, kann sie im Umfrage-Ergebnis: Aufsteiger-Skills 2007 nachlesen. Immerhin werden sie mit den aktuellen Mitarbeitergesuchen verglichen, die natürlich gewisse Unterschiede aufweisen.

15. Februar 2007 um 20:38

Kein Scherz – Jim Gray verschollen

Als ich erst heute dazu kam einen Eintrag aus dem Newsletter des SQL-Server-Magazine vom 8.2.2007 zu lesen, dachte ich zuerst es handelt sich um einen schlechten Scherz, aber es scheint zu stimmen: Jim Gray ist verschollen.

Das macht mich sehr betroffen, er war eine ganz besondere Persönlichkeit, aber ist jetzt einfach verschwunden.

Es folgenden die Fakten, wie ich sie verstand:

Am Sonntag den 28. Januar fuhr der 63ig-jährige Turing-Preisträger und Datenbank-Guru bei klarer Sicht und gutem Wetter mit seinem Segelboot "Tenacious" raus, um die Asche seiner Mutter zu verstreuen. Er wollte nach kurzer Zeit zurückkommen. Seine Frau benachrichtigte am Abend (um 20:30 Uhr, also lange Sonnenuntergang) die Küstenwache. Er war auch nicht auf seinem Handy erreichbar.

Die Küstenwache suchte ab dem nächsten Morgen 4 Tage lang vergeblich die Gewässer ab. Anschließend suchten am Donnerstag den 3.Februar noch drei Freunde mit Privatflugzeugen ebenso erfolglos die Gegend ab.

Am gleichen Tag überquerte der Satellit "Digital Globe" die Gegend und machte Aufnahmen. Die Leute aus seinem ehemaligen Team und befreundete IT-Leute (von der NASA, Digital Globe, Microsoft, Google, Oracle, Amazon, …) machten die Satellitenbilder der Gegend öffentlich verfügbar und baten darum die Bilder nach Spuren eines Segelschiffes abzusuchen.

6000 Menschen beteiligten sich, sichteten 560.000 Bilder, die etwa 3.500 Quadratmeilen Ozean abdeckten und markierten davon 2000 Bilder für eine genauere Untersuchung. Jetzt wird all diesen Hinweisen nachgegangen.

Es wurde der Weblog Tenacious Search mit Infos zu den aktuellen Maßnahmen eingerichtet.

Seine Freunde haben noch nicht aufgegeben und bitten weiter um Mithilfe unter www.helpfindjim.com.

Hier noch ein paar Presseberichte:

Das Ganze ist ein komplettes Rätsel, wie man dem oben genannten Artikel entnehmen kann:

Officials said that Gray has about 10 years of sailing experience and that his boat is "well-equipped with communication, safety and emergency gear," including a marine radio.

"We've had no leads or signs during the search," said Coast Guard Lt. Amy Mars. "Search conditions the entire time have been good."

Compounding the mystery of what may have happened to Gray's vessel was the gorgeous weather of the past two days.

[…]

"It's spooky," said San Francisco sailor John McNeill. "In that kind of weather, there's almost no way you can get into trouble. … The most likely thing in my experience, though I'm not saying this is what happened, is that he literally made a mistake and went over the side. The boat could have been set to sail on its own, and it could be way the heck offshore now."

Wie kann ein Boot einfach so verschwinden?

7. Februar 2007 um 19:02

Streit auf dem Rücken der Studenten

Leider eskaliert gerade wieder einmal ein Streit um die Finanzierung der Bildung. Warum gerade hier gespart wird ist klar:Schüler und Studenten habe einfach keine Lobby. Seltsamerweise hält das niemanden davon ab zu betonen, wie wichtig die Bildung für den Wirtschaftsstandort Deutschland ist….

Ein Zitat aus dem Heise-Artikel "heise online – Informatikprofessoren der Uni Bremen sagen wegen Personalmangel Prüfungen ab":

Wegen des jetzt schon herrschenden Stellenmangels haben 17 von insgesamt 21 Bremer Informatikprofessoren in einem offenen Brief vom 2. Februar die betriebene Sparpolitik kritisiert und moniert, dass einige Arbeitsgruppen keine wissenschaftlichen Mitarbeiter mehr beschäftigen können. Diese wären aber nach den Prüfungsordnungen der Studiengänge Informatik, Medieninformatik, Digitale Medien und Systems Engineering als Beisitzer bei mündlichen Prüfungen erforderlich. Daher können, so schreiben die Unterzeichnenden, diese Prüfungen im Wintersemester 2006/07 nicht abgehalten werden.

Die Professoren empfehlen den Studenten Ihre Prüfungen einzuklagen. Auf dem heutigen Seminar zum Thema "Konflikte" sagte der Referent ganz richtig, dass Konflikte gerade dann richtig eskalieren, wenn die Werte verabsolutiert werden, sodass "Glaubenskriege" entstehen.
Kann es sein, dass genau das hier passiert? Mein Eindruck ist, dass die 21 Informatik-Professoren sich zwar schon gegenseitig "beisitzen" könnten, es aber vorziehen den Streit auf dem Rücken der Studenten eskalieren zu lassen. Das finde ich schade und macht keinen guten Eindruck auf ich.

7. Februar 2007 um 18:52

Gibt es dumme Fragen?

In meinem heutigen Seminar "Umgang mit Konflikten" hatten der Referent und ich recht bald einen Konflikt: er zitierte den Satz "Es gibt keine dummen Fragen, nur dumme Antworten.", den er einem bekannten, deutschen Schriftsteller zuschrieb (war es Brecht?).
Jedenfalls konnte ich meine Klappe wieder nicht halten und konterte mit dem auch nicht mehr ganz neuen Spruch: "Der Brecht hat vermutlich nie an einer Software-Hotline gearbeitet…" Das fand der Referent nur begrenzt komisch.
🙂

Zum Glück kannte ich da den Spruch aus der Wikipedia zum Thema "Fragen" noch nicht:

* … und die manchmal zutreffendere Variante: "Es gibt keine dummen Fragen, nur dumme Frager."

Aber mal im Ernst: ich finde wirklich, dass es dumme Fragen gibt. Oder?

7. Februar 2007 um 18:29

Wasserstand: SPAM überall

Nachdem ich jetzt ein paar Tage flach lag und mich noch nicht mal mehr das Internet aufmuntern konnte, brach eine weiter SPAM-Welle über den Blog herein. Der Wasserstandsanzeiger steht jetzt bei 4505 SPAM-Kommentaren. Falls einer Eurer Kommentare versehentlich von meinem Anti-Spam-Plugin Akismet als bösartig erkannt wurde, dann bitte ich um Nachsicht… Ich weiß nicht, ob ich die wirklich alle noch mal kontrolliere.
Naja, vielleicht die ersten paar hundert… 😉

Statt dessen versuche ich mal rauszufinden, wieso die Spammer "plötzlich" den neuen Spamschutz umgehen konnten. Für Hinweise bin ich dankbar.

22. Januar 2007 um 22:49

schmutzige Tricks

Laut Heise.de macht Sophos darauf aufmerksam, dass die USA mit 34% der schädlichen Webseite die Spitze des "dreckigen Dutzend" bildet. Es werden aber leider eine Vergleichswerte angegeben. Bei sowas kribbelt es mir immer im Nacken: Könnte es etwa sein, das weltweit auch etwa 30% aller Webseiten in den USA gehostet werden? Wenn ja, dann frage ich mich, wer hier mit Steinen wirft… Was wäre dann an der Zahl besonders? Geht das dann in die Richtung: "In Deutschland sprechen die meisten Kriminellen deutsch"?

Herzlichen Glückwunsch! Für derart scharfsinnige Äußerungen sollte man mit Linsensuppe, nicht unter drei Portionen, bestraft werden.

Leider habe ich keine Statistik gefunden, die nach Ländern aufschlüsselt, wo wie viele Domains gehostet werden. Bei Wikipedia steht immerhin, dass COM-Domains die überwältigende Mehrheit bilden (etwa 60%?). Platz drei und fünf bilden NET und ORG.

18. Januar 2007 um 21:26

Zahlungsmoral der Kunden

Ebenfalls bei Gulp fand ich den "GULP IT-Projektmarktbericht 2006". Eine Sache hat mich allerdings gewundert:

Mit den Stundensatzforderungen steigt auch die Zahlungsmoral der Projektanbieter. Die meisten IT-Freiberufler (86 %) haben keine Probleme, wenn es um die Bezahlung ihrer Rechnung geht.

Ich finde es schockierend, dass es seitens der Freiberufler als Erfolg gewertet wird, wenn mittlerweile doch schon 86% der Freiberufler keine Probleme mit der Zahlungsmoral der Kunden haben. Statistisch bedeutet das doch einfach, dass mal besser mal 14% der Auftragssummen gleich als "dauerhaft ausstehende Posten" abschreibt. Wenn man pro Jahr nur wenige, dafür aber größere Aufträge hat, dann kann es einem sogar noch viel stärker treffen… Ob das so jeder in seine Kalkulation einbezieht?