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Bedenkliches aus dem IT-Alltag

19. Juli 2006 um 19:02

Microsoft kauft Winternals und Sysinternals

Diese Nachricht habe ich erst heute im Heise News-Ticker entdeckt.

Die Gründer Mark Russinovich und Bryce Cogswell sollen sich aktiv in die Weiterentwicklung von Windows einbringen.

Ich bin mir noch nicht im Klaren darüber, ob das gut oder schlecht ist:
Tut MS die Kompetenz gut oder verlieren wir ein paar unabhängige Experten?

Immerhin sollen die meine Liebingstools von Sysinternals weiterhin verfügbar bleiben. Aber ich vermute mal, dass es keine weiteren von der Sorte geben wird… Schade!

? Irgendwie scheint die Internet-Seite von denen nicht erreichbar zu sein – kein gutes Zeichen.

19. Juli 2006 um 18:54

Ein toller Fotokopierer beeinflusst das Leseverhalten

Gestern als ich über die verschiedenen Typen von Zeitschriftenlesern schrieb, dachte ich darüber nach, wie ich mich bezeichnen würde. Bis vor etwa 4 Jahren gehörte ich eindeutig zu den Infosammlern. Allerdings zu einer besonderen Variante: ich hamsterte alle interessanten Artikel indem ich sie fotokopierte (das Heft dann recht zügig weitergab) und dann irgendwann abheftete. Das hatte verschiedene Effekte:

  • Ich kopierte mehr als ich jemals lesen konnte. Mein Stapel wuchs daher unaufhaltsam.
  • Ich fühlte mich schlecht, weil ich nicht alles lesen konnte.
  • Damit ich die Infos parat hatte, wurde sie nach dem Lesen in Ordner geheftet. Ich hatte dann zum Schluss fast 10 Stück davon. Wie oft habe ich wohl Artikel nachgeschlagen?

Irgendwann hatte ich die Faxen dicke und habe mich bei etlichen Zeitschriften vom Verteiler nehmen lassen. Seitdem lese ich Artikel, die mich interessieren oder gleich umsetzen kann, in der Bahn. Also nicht jeden Artikel, nur so viele, dass ich das Heft nach ein paar Tagen weitergeben kann. Das war sehr befreiend…

18. Juli 2006 um 17:58

Spaß mit Zeitschriftenumläufen

Bei uns in der Firma kann man Zeitschriften "abonnieren". Die werden von der Firma gekauft und bekommen
eine Liste angehängt wer das Heft alles lesen will. Die Leute bekommen sie der Reihe nach von oben nach unten.
Jeder kann sich dann 2 bis 3 Tage Zeit lassen und gibt es das weiter. Dass nennen wir "Umlauf" und ist eine wirklich tolle Sache.
Privat habe ich nur die ct abonniert, in der Firma bin ich bei etwa 8 Zeitschriften auf dem Umlaufzettel.

Das klappt leider nicht immer, weil ein paar Spezialisten reichen, um das System zu torpedieren…

Die Aussitzer
Einige Kollegen lieben es sich hinter Stapeln von Zeitschriften zu verschanzen. In ihren Augen zeugt es von Wichtigkeit, wenn man einerseits viele Zeitschriften "abonniert", aber zu beschäftigt ist, um sie zu lesen.
Als bei uns die "Clean-Desk-Policy" eingeführt wurde, schien es besser zu werden. Jetzt da die Schreibtische voll sind, entwickeln Einige sehr kreative Möglichkeiten den großen Stapel für andere noch sichtbar zu machen, z.B. die Schranktür offen stehen zu lassen. 😉

Die Infosammler
Andere wiederum möchten die Artikel wirklich lesen, aber kommen nicht dazu. Es bereitet ihnen körperliche Qualen eine Zeitschrift
ungelesen weiterzugeben. Wenn die Zeitschriften dann 3 oder 4 Monate bei ihnen rumlagen, dann kommt der nächste Urlaub. Dann kann der Infosammler einfach "Wiedervorlage am x.x." draufschreiben und die Zeitschrift weitergeben. Denn er bekommt sie ja relativ bald nach dem Urlaub wieder.
Das auch schon vorher zu machen geht nicht, denn es könnte ja gerade in der Zeit sein, dass er ganz unvorhergesehen dazu kommt doch all die Zeitschriften zu lesen.

Die Fledderer
Einige wenige Kollegen lesen die Zeitschriften wirklich intensiv. Sie erleichtern sich und anderen das Lesen indem sie Kernaussagen
durch Unterstreichungen (die auch manchmal verrutschen und dann wie Durchstreichen aussehen) oder Textmarker (die praktischerweise auch auf der Rückseite sichtbar sind) hervorheben.
Manche sind sogar so freundlich, dass sie ihrer Ansicht nach unscharfe oder falsche Aussagen unlesbar machen.

… und dann gibt es da noch Leute wie mich, die sich freuen wenn sie eine Zeitschrift mal als einer der ersten bekommen, ein paar Artikel lesen und sie nach ein paar Tagen einfach weitergeben. Da gerade Urlaubszeit ist bekam ich in den letzten Wochen etliche ganz aktuelle Zeitschriften. Hurra!

16. Juli 2006 um 10:46

Windows Fundamentals for Legacy PCs

Das Thema "Windows Fundamentals for Legacy PCs" konnte ich in meinen Stamm-Blogs eigenartigerweise nicht finden. Dabei war ich sicher es würde zu einer größeren Diskussion führen. Dann muss ich eben meinen Senf dazu geben… 😉

Die wesentliche Zielgruppe sind Besitzer von alter Hardware deren Support für Windows 98 jetzt ausgelaufen ist. Auch bei unseren Kunden wird noch zu einem beachtlichen Anteil (ich kenne die genauen Umfrageergebnisse gerade nicht auswendig, irgendetwas zwischen 10 und 20%) Windows 98 verwendet. Selbst bei den "Großen" werden sie noch als Clients für den WTS eingesetzt. Aus Kostengründen wollen die Meisten die alten Kisten auch nicht ersetzen. Schließlich wurde die WTS-Umgebung installiert, um wenigstens bei den Arbeitsplätzen aus dem ständigen Aufrüsten von Hard- und Software herauszukommen. Der Aufwand, der damit verbundene Arbeitsausfall und die reinen Drittkosten sind schon wirklich recht hoch.

Was spricht für den Aufstieg auf das Schmalspur-XP?

  • Das System ist möglicherweise stabiler.
  • Man bekommt weiterhin Support von MS.

Und was dagegen? Eigentlich nur eine Menge Fragen

  • Man könnte vermuten, dass man dadurch anfälliger für Würmer wird?
  • Ist es schlau eine 1.0er Version von MS zu installieren?
  • Man hat wenigstens einmalig wieder den Aufwand die Rechner neu hochzuziehen.
  • Wenn man keine Software-Assurance hat, bekommt man es möglicherweise sowieso nicht…

Auf das Thema wurde ich aufmerksam durch heise online – Abgespecktes Windows XP für Alt-PCs.

14. Juli 2006 um 17:20

Auswertung der Umfrage zum Führungsstil von Jürgen Klinsmann

Ich habe an einer Umfrage zur Bewertung des Führungsstils von Jürgen Klinsmann teilgenommen. im ersten Teil ging es darum, ob der eigene Chef Aspekte des Klinsmann'schen Führungsstils einsetzt. Im zweiten welche Aspekte man sich wünschen würde.

Hier ist die Auswertung der Worklife-Panel-Befragung zum Führungsstil von Jürgen Klinsmann.

Ergebnis: Wunschliste der Prinzipien

  1. Klare Ansage der Strategie
  2. Klare Kommunikation der Spielregeln
  3. Fester Glaube an Mitarbeiter
  4. Positive Vision vom anzustrebenden Ziel
  5. Konsequenter Kurs
13. Juli 2006 um 20:02

Überflüssige Fragen in Oberflächendialogen

Bei "flow|state" fand ich kürzlich einen sehr guten, kurzen Artikel (schon vom letzten Jahr) über Oberflächendialoge: "Avoiding unnecessary questions in command UI".

Ich finde er bringt es einfach gut rüber: viele Nachfragen können durch einen anderen Workflow vermieden werden.

12. Juli 2006 um 19:35

Erst Globalisierung, dann Lokalisierung?

In der Ausgabe Juni 2006 des “Harvard Business Manager” wird im Artikel "Das Ende der Standard-Filiale" beschrieben, wie die Giganto-Ketten, wie Wal-Mart oder McDonalds, davon weg gehen jede Filiale genau gleich zu machen. Eine ganze Zeit lang wurde versucht alles gleich zu machen (in Neusprech: "die Prozesse zu optimieren"):

  • gleiches Sortiment
  • gleicher Grundriss
  • gleiche Artikelverteilung in den Regalen
  • gleiche Sonderangebote

Wer seinen Umsatz weiter steigern wil, der muss jetzt stärker auf lokale Bedürfnisse und Besonderheiten eingehen. Plattes Beispiel: Ein Supermarkt in der Innenstadt hat eine große Auswahl an Fertigprodukten, um den gestressten Berufstätigen auf dem Heimweg eine gute Auswahl zu bieten. Der Supermarkt, der typischerweise mit dem Auto angefahren wird, bietet alles für die typische "Familie" mit Hausfrau und Kindern, also viele große Packungen und mehr Dinge zum "selber kochen".

Durch die moderne EDV wird in den USA inzwischen sogar der örtliche Geschmack berücksichtigt: Je nach Gegend werden andere Chillis oder Ketchups angeboten. Damit das trotzdem noch billig ist, werden diese Supermärkte bzw. deren Sortiment nach dem Baukasten-System zusammengestellt. Damit haben sie beim Einkauf den Effekt der großen Zahl und können dennoch lokale Besonderheiten berücksichtigen.

Ich bin mal gespannt, wann ALDI sein Programm regionalisiert. Was gibt es dann hier in Erlangen außer den Nürberger Würstchen als regionale Besonderheit? Fahrradersatzteile?

12. Juli 2006 um 18:37

MS Virtual PC kostenlos

Gerade laß ich bei Marcel van der Pütten die Nachricht, dass Microsoft den Virtual PC jetzt kostenlos anbietet. Das kommt für mich genau zur rechten Zeit. Denn privat wollte ich mich gerade in den nächsten Tagen mit dem kostenlosten VMWare-Player beschäftigen. Merci Vielfalt.

Ich habe auf der Heimfahrt im Zug sogar schon bei TecChannel nachgelesen, wie man sich mit Freeware-Tools seine eigene VM zusammenbasteln kann… Na, dann bin ich mal gespannt, was mir besser gefällt.

11. Juli 2006 um 22:13

Der Preis von Entschuldigungen

In der Ausgabe Juni 2006 des "Harvard Business Manager" wird das Thema "Wann Topmanager sich entschuldigen sollten" sehr ausführlich (auf 12 Seiten, Werbung nicht mitgezählt) besprochen. Das ist ganz interessant. Der Artikel an sich ist sehr ausgewogen, lediglich die kurze Zusammenfassung (im Sinne eine Managementinfo) finde ich unangenehm und an einer wichtigen Stelle verfälschend wiedergegeben.

Aber mal zur Sache: Was macht eine gute Entschuldigung aus?

Eine gute Entschuldigung…
… gesteht den Fehler ein,
… übernimmt Verantwortung,
… drückt bedauern aus,
… versichert, dass sich der Verstoß nicht wiederholen wird,
… kommt zum richtigen Zeitpunkt.

Mit dem richtigen Zeitpunkt ist tatsächlich interessant. Kann man sich zu früh entschuldigen? Ich denke eigentlich schon, aber dann kann man sich ja notfalls noch mal entschuldigen.

Deutlich unwohl fühle ich mich bei der Empfehlung aus dem "Kompakt"-Block:

Wann? Führungspersonen sollten nur dann um Verzeihung bitten, wenn der Fehler ernste Konsequenzen hat, wenn der Preis für die Entschuldigung geringer ist als der Preis für das Schweigen und wenn die Entschuldigung einem wichtigen oder moralischen Zweck dient.

OK, hier geht es um "öffentliche" Entschuldigungen, aber dennoch sehe ich das anders. Ich denke, dass Manager aus diesem Grunde heutzutage kein hohes Ansehen mehr haben. Nicht nur Politiker lügen und betrügen (".. es war doch aber nur für die Partei…"), sondern auch Manager und bekannte Persönlichkeiten. Da fehlt es einfach an Vorbildern. Es gibt so viele schlechte Vorbilder. Im Text werden auch ein paar Vorbilder genannt, die sich ehrenhaft verhalten haben. Mein Eindruck ist, dass es nur noch wenige gibt, die freiwilig für etwas die Verantwortung übernehmen und sich für Fehler ihres Unternehmens oder eigene Fehler entschuldigen. Besonders peinlich sind diejenigen, die immer nur das zugeben, was ihnen einwandtfrei nachgewiesen wurde…

10. Juli 2006 um 22:14

Was darf QS kosten?

Heute Morgen war ich wieder auf der Nachbesprechung der Vorabinstallationen vom vergangenen Wochenende, um die Eindrücke und Stimmungen der "Installateure" mitzubekommen. Ich finde es immer wieder unglaublich, was sich unsere Firma die QS kosten lässt. Aber es lohnt sich wirklich.

Immer zwei Kollegen fahren zu einem unserer Beta-Tester hin (wir nennen sie "Piloten", das klingt viel besser und trifft es eher) und installieren dort unsere ganze Softwarelandschaft. Vorher wurde die Software in den Testräumen in verschiedenen Konstellationen schon rauf und runter getestet. Aber in "historisch gewachsenen", echten Kundenumgebungen treten einfach ganz andere Effekte auf… Die Erfahrungen sind unheimlich wertvoll. Deswegen werden vor der Auslieferung der eigentlichen CDs immer Vorabinstallationen durchgeführt, sogar bei den Pilot-CDs.

Wenn man bedenkt wie viele solcher Teams rausgehen, dann kommen vermutlich ganz ordentliche Kosten zusammen. Aber andererseits werden bei jeder Vorabinstallationen viele wichtige Hinweise gefunden, die zur CD-Freigabe noch beseitigt werden können. Wenn dann die Masse der Piloten die CD bekommt, sind in der Regel wenigstens Installation und Trafo schon rundgelutscht.

Ich glaube, dass Microsoft ähnliche Erfahrungen gemacht hat. Allerdings fahren die nicht raus und installieren ihr Zeug beim Kunden, sondern stellen es neuerdings öfters als CTPs zur Verfügung und lassen die Kunden selber installieren. 😉 Ich schätze mal alle zwei Monate ein neues CTP bis zur Freigabe.
In dieser Zeit werden sie bestimmt mit Fehlermeldungen und Hinweisen überhäuft. Wenn es nur halb so viele und halb gute Hinweise sind, wie wir sie von unseren Pilot-Anwendern bekommen, dann lohnt es sich bestimmt schon für MS.
Interessanterweise lohnt es sich auch für die Test-Anwender: Sie bekommen neue Funktionen etwas früher und können Ihre Wünsche und Vorstellungen einbringen. Ein Win-Win-Szenario?

6. Juli 2006 um 21:42

Vista mal anders

Vista

Ein Kollege machte mich darauf aufmerksam, dass ich schon lange Vista einsetze. 😉

Aus dem Bild habe ich den obersten Umschalter.

Das Beste daran ist, dass es mir gar nicht aufgefallen ist, obwohl ich fast frontal davor sitze…

5. Juli 2006 um 20:45

Antiviren-Hersteller empfehlen Wechsel zum Mac

Als ich zum ersten Mal hörte, dass Anti-Virenhersteller empfehlen man solle auf Apple umsteigen, habe ich mich schon gefragt warum sie das tun. Vielleicht bin ich schon zu verdorben, aber ich kann nicht glauben, dass eine umsatzorientierte Firma etwas empfiehlt, was ihr langfristig und nachhaltig den Ertrag schmälert. Die Erklärung, die
heise online bietet, finde ich deswegen gar nicht so weit hergeholt:

[Die Empfehlung …] könnte der Versuch sein, dem Wettbewerb mit Microsofts Windows OneCare und Antigen aus dem Wege zu gehen. Je mehr Anwender auf Mac OS X und Linux umsteigen, desto attraktiver werden diese Betriebssysteme für Virenautoren und Cyber-Kriminelle. Auch diese wägen Aufwand und Nutzen ab. Jenseits einer kritischen Masse lohnt sich die Verbreitung von Schadcode. McAfee setzte bereits im Mai dieses Jahres seine Ansicht in die Welt, dass Mac OS X aus Sicherheitssicht zu einem zweiten Windows werden könne.

Aber andererseits könnte wirklich jemand so schlecht sein, sich dem Mac mehr Marktanteile zu verschaffen, bloß damit es für Viren-Schreiber attraktiver wird und man danach auch dort seine Software verkaufen kann?

Meine spontane Antwort erschreckt mich auch schon etwas… 😉