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Glorf IT

Bedenkliches aus dem IT-Alltag

23. Juni 2009 um 22:50

iPod-Erfahrungen (3): Anleitungen zum Fremdgehen (Update)

Offenbar ist die Kopplung zwischen iTunes und iPod doch nicht so zwingend. Wenn man sich etwas umtut, dann lassen sich jede Menge Alternativen finden. Ausprobiert habe ich bislang nur die erste. Kennt jemand die Alternativen aus eigener Erfahrung?

WinAmp als Alternative

Bei Tobbi fand ich den Link zu einer Anleitung, wie man mit WinAmp ebenfalls seinen iPod bestücken kann. Dabei muss man die Lieder in dessen Medienbibliothek haben oder alternativ kann man auch die aktuellen Lieder im Playlist-Editor zum iPod schicken. Hier ist die etwas ältliche Anleitung in englischer Sprache, die bei mir funktionierte, aber iTunes zum meckern veranlasste: "How to use Winamp to manage your iPod". Offenbar müsste ich eine neue Version beschaffen, weil sich die Struktur der iPod-Datenbank inzwischen änderte… 😉

iPod via Explorer füllen

Außerdem fand ich noch "rebuild_DB", dass ich noch nicht selber ausprobierte. Die quell-offene Software setzte sich zum Ziel die harte Kopplung von iTunes und iPod überflüssig zu machen. Man kopiert die Dateien einfach auf den iPod und startet dann eine Software, die die MP3s in die iPod-Datenbank einträgt. Wäre schön, wenn es mit allen iPods funktioniert. Hier wird nur vom "iPod Shuffle" geschrieben:

This little program enables iPod shuffle users to finally get rid of all that iTunes or other complicated playlist management stuff. Due to the simple structure of the shuffle (compared to the »big« iPods), it is possible to use the player almost like any other USB flash MP3 player: You simply copy MP3 files onto it. You only need to run the rebuild_db program after you added or removed files from the iPod.

Ein Erfahrungsbericht steht hier.

YamiPod (Yet another iPod manager)

Die Software YamiPod muss nicht installiert werden und erlaubt ebenfalls Dateien auf den iPod zu kopieren und in dessen Bibliothek aufzunehmen. Da ich die Software ebenfalls noch nicht ausprobierte, hier ein paar Features, die interessant klingen (die vollständige Liste steht auf deren Homepage):

# mp3 and AAC files can be copied to/from iPod
# read/write access to mp3 id3 and AAC infos
# playlists import/export (PLS,M3U)
# playlists export (PLS,M3U)
# full unicode support
# 2 search features
# remove duplicated tracks
# find lost music files
# easy ratings edit
# PC to iPod synchronization
# create and edit notes (with unicode support)
# automatically update song playcounts
# News RSS and podcasts to iPod upload
# Last.fm support

CopyTrans Manager

Auch mit der Software CopyTrans Manager kann man den Inhalt des iPod verwalten und neue Dateien hinzufügen. Man kann die Datei als EXE auf den iPod kopieren und fortan von dort starten. Damit ist der iPod mit jedem PC aus bedienbar. Das klang so gut, dass ich es doch gleicht ausprobierte. Und ich muss sagen, dass der erste Eindruck echt klasse war. Die Bedienung ist einfach und intuitiv. Außerdem gibt es weng Schnick-Schnack, sondern nur das was ich brauche.
Auf kioskea.net gibt es einen ausführlichen Erfahrungsbericht.

Offenbar gibt es weitere Programme, aber für heute habe ich genug rumgesucht… 😉

Update 24.6.2009:
Carsten hat auf das Programm Floola hingewiesen. Dessen Beschreibung klingt sehr gut!
Auch die Open-Source-Anwendung Songbird auf die anonym hingewiesen wurde, kannte ich noch nicht. Sie ist von Mozilla, was schon mal eine Empfehlung ist…

23. Juni 2009 um 20:15

System Administrator Appreciation Day

Am 31.7.2009 ist übrigens wieder "System Administrator Appreciation Day". Und damit Ihr dieses mal nicht wieder unvorbereitet seid, habe ich hier eine Liste von Vorschlägen, wie Ihr Euren Admin erfreuen könnt:

  • Schenkt ihm ein Kinder-Überraschungsei, das mögen viele. Jedenfalls stehen die Inhalte bei sehr vielen meiner Kollegen auf den Schreibtischen rum.
  • Oder kauft eines dieser schicken USB-Gadgets, wenn es auch ein paar Euro kosten darf. Zum Beispiel einen Plasma-Ball (10 Euro). Neulich versuchte ich den zu bekommen, fand aber im örtlichen Shop gar kein Gadget. Immerhin hatte der Saturn einen USB-Ventilator (5 Euro).
  • Gut kommen auch witzige Bücher, zum Beispiel "Monster des Alltags" von Christian Moser (12,90 Euro) oder "Gut gegen Nordwind" von Daniel Glattauer (7,95 Euro).
  • Wer mag, kann seinen Admin ja auch nach München zum "System Administrator Appreciation Day" schicken… 😉

Naja, aber eigentlich würde sicher auch eine nette Mail mit ehrlichen, anerkennenden Worten reichen…

23. Juni 2009 um 20:11

iPod-Erfahrungen (2): Die Handhabung

Heute erfreute ich mich bei meinen vielen Fahrten nach und durch Nürnberg an der schönen Musik aus dem neuen iPod Nano. Das hat mir sehr gut gefallen. Wenn ich ihn einschaltete, machte er erwartungsgemäß da weiter wo er aufgehört hatte. Außerdem ist er sehr leicht und klein. Da kann er im Vergleich zum Creative Zen punkten. Wenn man hingegen Wert auf einen großen Display legt, dann ist der Zen schon angenehmer. Aber ich muss zugeben, dass ich noch keinen Film auf dem ZEN sah und nur wenige Bilder drauf habe. Außerdem war der Akku des iPod gestern recht flott aufgeladen. Schneller als der ZEN, der ebenfalls (nur) über den USB-Port mit Strom versorgt wird. Mal sehen wie lange der Strom hält. Der Zen zeigt einem die Rest-Akku-Laufzeit rechts oben in Stunden und Minuten an, diese Funktion fand ich im iPod noch nicht.

Die Laut/Leise-Steuerung des iPod funktioniert über einen Steuerungsring, aber leider nur, wenn der Player senkrecht steht. Man muss also aufpassen wie man das Teil in die Tasche steckt. Bisher musste ich es meist herausholen, um es richtig zu machen. Wenn ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, dann will ich immer wieder mal die Lautstärke regulieren. Leider kam ich beim in die Jackentasche stecken auch schon mehrfach an den Steuerungsring und regulierte versehentlich die Lautstärke. Das Konzept ist recht innovativ, aber bis ich wie gewohnt einfach nur in die Tasche greifen muss, um "blind" die Lautstärke zu verändern, wird es noch etwas dauern. Beim ZEN hingegen war das ganz einfach. Hier gibt es "Tasten", die zwar auch je nach Kontext eine andere Bedeutung haben, aber sich in der Tasche leicht ertasten lassen und im Standardfall laut/leise steuern.

Wenn man den iPod hingegen waagerecht hält, dann blättert man mit dem Steuerungsring in den Bildchen der CD-Covers. So kann man bequem den Song anhand eines Bildchens aussuchen. Die werden von iTunes automatisch runter geladen, wenn man einen iTunes-Account einrichtet. Leider erwischte ich beim gestrigen Draufladen wohl genau das Genre, mit bei iTunes unbekannten CDs. Das Blättern durch schwarze Rechtecke mit weißem Fragezeichen darin ist vermutlich nicht das bezweckte Ergebnis. 😉
Aber immerhin erhöht das meine Motivation bei den selbst erstellten Stücken nicht nur ordentlich zu taggen, denn auf dem iPod selber kann man – im Gegensatz zu iTunes – nicht nach Jahren sortieren (auf dem ZEN übrigens auch nicht), sondern auch die Titel-Covers zu speichern. Bei denen aus dem Internet-Radio macht das ClipInc automatisch.

Ich erwähnte schon, dass für sämtliche Kommunikation zwischen PC und iPod die Software iTunes benötigt wird. Schön finde ich, dass sich iTunes nicht davon aus der Ruhe bringen lässt, wenn die Platte mit den MP3s nicht aktiv ist. Ich kann dennoch durch das Verzeichnis rollen und die Meta-Daten in der Übersicht sehen. Erst wenn er echt versucht auf die Datei zuzugreifen, dann meldet er es und bietet an erneut zu suchen. Und wenn man die Platte dann inzwischen aktiviert hat, dann ist alles in Ordnung. Die Schattenseite ist das man damit eine frei zugängliche Liste aller MP3-Dateien auf der Festplatte hat. Da bin ich vielleicht etwas zu paranoid: Da ich meine MP3s selber aus meinen CDs erstellt habe oder per Internet-Radio gespeichert habe, bin ich recht sicher, dass alles legal ist. Dennoch habe ich sie in einen verschlüsselten Truecrypt-Container gesteckt für den Fall, dass sich da mal wieder die Rechtssprechung ändert und ich das nicht mitbekomme oder ich etwas falsch verstanden habe und so weiter. Mit iTunes ist das leider sinnlos geworden. Oder gibt es noch eine andere Software mit der man die Dateien auf den iPod bekommt? Das untersuche ich später, erst mal bekommt iTunes sein Chance mir zu imponieren.

Richtig lästig ist, dass ich bei jedem Anstecken des iPod von iTunes aufgefordert werde den Stick zu registrieren. Ich habe die Wahl zwischen "nicht registrieren", "später registrieren" und "weiter". Bisher klickte ich immer auf "nicht registrieren". Vielleicht sollte ich mal "später" versuchen, vielleicht kommt die Aufforderung dann nicht jedes Mal… 😉

22. Juni 2009 um 23:15

iPod-Erfahrungen (1): Der erste Kontakt

Nun bekam ich wirklich einen iPod geschenkt: von meiner Firma. Das hatte ich nicht erwartet. Echt nett! Blöderweise habe ich erst vor ein paar Monaten einen neuen MP3-Player gekauft (den Zen von Creative) und bin eigentlich recht zufrieden, vor allem, weil man da eine SD-Karte als "Erweiterung" reinstecken kann. Cool.

Aber nun habe ich einen "iPod Nano". Mal sehen welches System besser meinen Bedürfnissen entspricht…

Aber der Start mit dem iPod war schon mal schwieriger als erwartet. Denn leider kann man die Lieder und Hörbücher nicht einfach auf den iPod kopieren. Man muss zunächst einmal iTunes installieren. Ich frage mich tatsächlich, warum ich dafür 74 MBytes Software downloaden muss? Aber OK, so ist es wohl "einfach". Immerhin habe ich ja die Wahl: ich könnte den iPod ja auch einfach verschenken oder weiterverkaufen… Aber natürlich will ich so kurz vor dem Ziel nicht aufgeben. (Wenn Microsoft so agieren würde, dann wäre vermutlich die Hölle los.)

Nach der Installation führte mich iTunes zunächst mal in den Online-Shop. Nicht besonders sympatisch, schließlich wollte ich bloß meine Hörbücher auf den iPod kopieren und auch ein paar Lieder. Das anschließende Hinzufügen meines "Ordners" mit den Musik-Dateien lief leider nicht asynchron ab, sondern blockierte das komplette iTunes. Das bedeutete konkret, dass ich parallel dazu nicht in die Optionseinstellungen gehen konnte, um zu schauen, was iTunes so über mich in die Welt posaunt.

iPod-Software-LizenzSpäter wurde es dann knallig. Ich sollte meinen iPod registrieren und einen Account im iTunes-Store einrichten, was ich aber beides nicht machte. Anschließend musste ich einer etwa 10 Seiten langen iPod-Software-Lizenz zustimmen, die in einem kleinen Feld in Mini-Schrift präsentiert wurde. Das liest doch kein Mensch durch!

Und dann endlich konnte ich Dateien auf den iPod-Laden. Jedenfalls theoretisch. Weil mir nicht klar war, was die Konsequenz wäre habe ich die automatische Synchronisierung ausgeschaltet. Schon alleine, weil die vielen Dateien gar nicht alle auf dem 16-GBytes-iPod Platz hätten. Bisher habe ich die die Lieder meistens jahresweise gehört, also die zum Beispiel die aus 2009 und 2008. Das wollte ich jetzt auch, musste aber erst mal aufgeben. Ich muss wohl noch etwas länger hinschauen bis ich diese Infos aus iTunes heraus kitzeln kann. Daher musste ich ein ganzes Genre auf den Player kopieren. Dabei fiel mir auf, dass meine MP3s ziemlich uneinheitliche Genres haben. Ist das schlimm?

Neulich las ich irgendwo, dass es nicht so einfach ist Hörbücher in den iPod zu bringen und anständig zu hören. Daher nehme ich mir das für einen anderen Tag vor, obwohl gerade das mich wirklich reizen würde.

In der tabellarischen Ansicht schaffte ich es dann übrigens die restlichen Tags zur Anzeige zu bringen und konnte daher die Dateien nach Jahreszahl übertragen. Nun muss nur noch der Akku aufladen und dann kann ich morgen erstmalig die Lieder auf dem iPod hören. 🙂

22. Juni 2009 um 21:58

Für Kleinunternehmer ist Apple offenbar kein guter Partner…

Wenn ich mir vorstelle mir wäre das passiert: Manomio ist Software-Entwickler und hat eine gute Idee für eine iPhone-Anwendung. Die deutsche Niederlassung klingt interessiert und Manomio legt los. Er beschafft sich die notwendigen Lizenzen, eignet sich die Skills an und legt los. Nach ein paar Monaten ist er fertig und will die Investition amortisieren. Daher beantragt er eine Lizenz bei Apple – ohne Lizenz darf die Software nicht auf das iPhone drauf. Das ist schon recht rigide, man muss sich mal überlegen was los wäre, wenn Microsoft das so machen würde… 😉

Und dann lehnt Apple die Lizenz ab. Mit einer schwachen Begründung, denn eine recht ähnliche Software bekam die Lizenz. Allerdings war die beantragende Firma größer und mächtiger.

Hier geht es zum Bericht auf Golem.de: "Abgelehnt: Kein C64-Emulator fürs iPhone"

19. Juni 2009 um 19:39

Liste der aktuellen Windows Resource Kits

Rob van der Woude hat eine schone Liste der aktuellen Resource Kits zur Verfügung gestellt. Die Links verweisen auf die Bücher, nicht auf eventuell dazu verfügbare Downloads.

Microsoft stellt auch eine Liste zur Verfügung, die ist zwar deutlich länger, aber auch recht unübersichtlich. Jedenfalls fand ich dort nicht das was ich suchte, aber das könnte auch an mir liegen… 😉

18. Juni 2009 um 21:39

Software als Beilage im Juni

In diesem Monat fand ich folgende Vollversionen als Beilagen von Computerzeitschriften. Ich habe nur die aufgeführt, die als Vollversionen gekennzeichnet waren, nicht ohnehin kostenfrei im Internet zugänglich sind und mehr sind nur ein kleines Tool. Falls eine Versionsnummer angegeben wurde, dann gebe ich sie auch wieder.

PC-Welt 7/2009:

  • 1-abc.net File Washer 2.00
  • Clone DVD 2.9.2.2 OEM
  • Passwort Depot 3.2.3 Professional
  • Photo Resampling 9.2
  • System Up Styler 2009
  • Wise Registry Cleaner Pro 3.51
  • XP Tools 5.01
  • G-Data Internet Security 2008 (PC-Welt-Edition, nur auf DVD)

Chip 7/2009 (Nachbestellen möglich):

  • Linux Ubuntu 9.04 (Nur auf DVD)
  • 3D Führerschein Trainer 2009 (Nur auf DVD)
  • Meyers großes Konversationslexikon ("Das Wissen des 19. Jahrhunderts" – klingt nicht so richtig aktuell)
  • ArchiCrypt NoSpam 2
  • FILEminimizer Office 5.0
  • WebSite X5 Smart 8
  • WinPerfect (keine Versionsangabe)

PC Magazin 7/2009 (Von den meisten habe ich noch nicht gehört, deswegen habe ich "weniger" gestrichen als üblich. Die DVD enthält außerdem diesmal sehr, sehr viele frei zugängliche Tools.):

  • 1-abc.net Right Click Configurator 2.00
  • abylon KEYSAFE 6.5
  • Ashampoo Presentations 2008
  • Deutschland spielt – Diamanten-Fee
  • Logomaker 2
  • Magix Samplitude 10 SE
  • MDaemon FREE
  • Ontrack EasyRecovery DataRecovery
  • Prof. Genius Gehirntrainer
  • Radiotracker 5 Standard
  • SmartStore.biz 5.5 STARTUP-SE
  • Team.on CRM-System

PC Go 7/2009 enthält wieder eine recht ähnliche Liste an Vollversionen, wie PC-Magazin:

  • 1-abc.net Right Click Configurator 2.00
  • abylon KEYSAFE 6.5
  • Ashampoo Presentations 2008
  • BitDefender Total Security
  • Deutschland spielt – Diamanten-Fee
  • LogoMaker 2
  • Magix Samplitude 10 SE
  • Ocster Backup
  • Prof. Genius Gehirntrainer
  • Radiotracker 5 Standard
  • Treiber-Studio Web
  • TVSweeper 3Pro

Computer Bild 13/2009:

  • AntiBrowserSpy 2009 CBE
  • Ashampoo Burning Studio 2009 Advanced
  • ArtStudio Pro Vol. 2
  • Dyson 1.2
  • Kaspersky Security Suite CBE 09
  • Steganos Safe CBE

PC Praxis 7/2009 (PDF):

  • Advanced WindowsCare Pro 2
  • Ashampoo Core Tuner
  • Ashampoo Music Studio 2009
  • ClipInc FX
  • Reezaa MP 3 Converter
  • novaPDF Lite
  • Smartstore.biz 5 StartUp
  • 1-abc.net Synchronizer

Ergänzungen sind willkommen…

alte Listen:

17. Juni 2009 um 22:58

kostenlose eBooks zum Thema "Office Communications Server"

Wer sich gerne mit dem Thema "Office Communications Server" oder "Unified Communication" beschäftigen möchte, der findet möglicherweise an den beiden kostenlosen eBooks von Microsoft-Press Gefallen:

Wie immer muss man sich dazu zu deren Newsletter anmelden und benötigt dazu einen Passport- oder Live-Account.

17. Juni 2009 um 21:30

Powerpoint-Nirvana

Im Spiegel wird in dem Artikel "Im Powerpoint-Nirvana: Beamer an, Hirn aus" beschrieben, wie Powerpoint-Folien das Denken lähmen. Meiner Erfahrung nach trifft das leider auf viele Folienvorträge zu, die durch Textwüsten glänzen, die dann vom Referenten vorgetragen werden.

An der Wand blättern dynamisch die Powerpoint-Folien, zoomen und wuschen, gehen fließend ineinander über. Ein hübscher blauer Pfeil rauscht von rechts ins Bild, von oben fällt eine Beschriftung herab, bremst neben der Pfeilspitze, bevor beide von den von unten ins Bild drängenden Balken eines Graphen verdrängt werden. Das Licht geht an, irgendetwas zieht den wuscheligen Flokatiteppich aus unserem Kopf, wir drücken den Rücken durch und klopfen anerkennend auf die Tischplatte: Gut gemacht, schicke Präse, sehr erkenntnisreich. Anerkennendes Nicken reihum.

Natürlich geht es auch anders: Man kann die Folien dazu verwenden die eigenen Aussagen zu belegen. Das beste Beispiel wie das geht fand ich bei Prof. Hichert. Aber dann hat man eher weniger Folien, die wirklich durchdacht sind und nicht einfach nur den Text enthalten…

Tipp: Ich finde nicht nur den Artikel gut, sondern auch den Film mit einem Beispiel.

16. Juni 2009 um 22:07

SQL_Latin1_General_CP1_CI_AS versus Latin1_General_CI_AS

In der Diskussion "Server Collation SQL_Latin1_General_CP1_CI_AS versus Latin1_General_CI_AS" in der MSDN-Gruppe "Getting started with SQL Server" wird ein sehr fortgeschrittenes Thema behandelt. Weil ich mich damit auch schon das eine oder andere Mal beschäftigen musste, möchte ich hier meine Erkenntnisse festhalten.

Unicode oder nicht?

Der wichtigste Unterschied besteht darin, dass die alten SQL-Collations, wie SQL_Latin1_General_CP1_CI_AS nur für Nicht-Unicode-Zeichenketten gelten. Sollte ich für ein NVARCHAR-Feld einer Tabelle diese Collation wählen, dann wird sie nicht verwendet. In Wirklichkeit wird dann automatisch Latin1_General_CI_AS verwendet.

Gemeinsamkeiten

Die Collation wirkt sich auf die Sortierungen, also auch auf Indexe, und die Gleichheit aus.

  • Generell haben beide Collations gemein, dass sie sich nur um die Sortierung der Zeichen aus der Codepage 1252, genauer "Latin1", kümmern. Bei Unicode werden darin nicht vorkommenden Zeichen komplett außerhalb sortiert.
  • Das "CI" steht für "case insensitiv", also große und kleine Buchstaben als gleich behandelt werden.
  • Käme noch ein "_Pref" im namen vor, dann gälte das auch aber bei ansonsten völlig gleichen Wörtern würden die Großbuchstaben zuerst kommen.
  • Das "AS" besagt, dass Akzente berücksichtigt werden, und Umlaute nicht wie die Basisbuchstaben behandelt werden, also "a"<>"ä". Die Umlaute folgen in der Sortierung aber unmittelbar nach den Vokalen.
  • Kürzere Zeichenketten stehen in der Sortierung vor ansonsten bis dahin gleichen. Angehängte Leerzeichen werden ignoriert.

Die Unterschiede liegen im Detail

Latin1_General_CI_AS ist eine Collation, die für Unicode und Nicht-Unicode verwendet werden kann. Sie ist ziemlich nahe an der DIN 5007-1, aber nicht ganz identisch. So gilt beispielsweise "ä" <> "ae", aber wegen des Zusatz "AS" auch "ä"<>"a".
Die Sortierung von zusammengesetzten Wörtern (wie "Glörfeld & Co KG") und Zahlen weicht leider etwas von der Norm ab, aber das wird selten bemerkt. Die Bindestrich-Wörter sind hingegen richtig ("aa" < "a-a" < "ab"). Als Besonderheit gegenüber der ansonsten ähnlichen SQL-Collation seit erwähnt, dass "ß" als Ligatur definiert ist und dementsprechend mit "ss" als gleichwertig behandelt wird. Hier gibt es zwischen Beiden also keine Präferenz. Die Reihenfolge bei ansonsten gleichwertigen Zeichenketten ist daher zufällig. SQL_Latin1_General_CP1_CI_AS gilt ausschließlich für Nicht-Unicode-Strings. Hier gilt zudem "ss" wird vor "ß", aber "ß" vor "st" sortiert. Bei gibt es ein schönes Collation Chart, dass die Sortierung der ersten Zeichen darstellt. Man muss aber bedenken, dass die Sortierung auch vom Folgebuchstaben abhängen kann.

Server-Collation, Datenbank-Collation oder pro Feld?

Selbst wenn man das weiß, dann kann es einem doch versehentlich passieren… Wenn man beim Anlegen einer Tabelle nicht bei jedem Zeichenkettenfeld (CHAR, NCHAR, VARCHAR und NVARCHAR) die Collation explizit angibt, dann wird die aktuelle Default-Collation der Datenbank verwendet. Wenn man beim Anlegen einer Datenbank keine Collation explizit angibt, dann wird die aktuelle Default-Collation des Servers verwendet.

Der folgende SQL-Befehl ermittelt die Default-Collation eines SQL Servers:
select SERVERPROPERTY ( 'Collation') as "Collation"

Und so wird die Default-Collation der aktuellen Datenbank ermittelt:
SELECT CAST(DATABASEPROPERTYEX(db_name(), 'Collation') AS sysname) AS "Collation"

Collation ändern?

Wenn man die Collation der Felder ändern will, dann reicht es dementsprechend nicht, einfach die Datenbank-Default-Collation zu ändern. Das hat nur Einfluss auf danach angelegte Felder, die ohne explizite Angabe erstellt werden…
Um die Collation von bestehenden Feldern zu ändern, muss man zunächst alle Indexe auf die Zeichenketten entfernen, das gilt freilich auch für Primärschlüssel, Unique-Constraints, etc. Dann muss man mittels ALTER TABLE pro Feld die Collation ändern. Dann kann man die Indexe wieder anlegen.

Es versteht sich von selber, dass das verlustfrei nur mit Unicode-Feldern klappt… 😉

12. Juni 2009 um 23:04

SQL-PASS Franken: SQL Server 2008 für DBAs

SQL-PASSAm 16.6.2009, findet in Nürnberg der nächste Vortrag der SQL-PAS Franken statt. Diesmal berichtet uns Herr Oliver Goletz (Microsoft), Technologie- und Lösungsberater für Datenbanken & Business Intelligence, über Neuigkeiten der Administration des SQL Servers 2008.

Der Vortrag gibt einen Überblick über die neuen Möglichkeiten von SQL Server 2008 und wie sie genutzt werden können, um die Administration von SQL Server zu vereinfachen.

Schwerpunkt ist dabei das neue Policy-based Management, das eine richtlinienbasierte Konfiguration und Verwaltung von SQL Server-Instanzen ermöglicht, ähnlich wie Gruppenrichtlinien in Windows. Des Weiteren wird die Möglichkeit gezeigt mittels der neuen Performance Data Collection Leistungsdaten einer einzelnen SQL Server Instanz bis hin zu ganzen Servergruppen zentral zu sammeln und auszuwerten. Multi-Server-Administration, Activity-Monitor, ObjectSearch, IntelliSense und der neue integrierte T-SQL Debugger sind einige weitere wichtige Erweiterungen des Management Studios, die ebenfalls gezeigt werden. Zum Abschluss wird demonstriert, wie mit dem Resource Governor eine Priorisierung und explizite Zuteilung von Ressourcen für wichtige Datenbankanwendungen innerhalb einer Instanz realisiert werden kann.

Der SQL Server 2008 bietet viele neue Möglichkeiten zur Leistungsoptimierung, Änderungsverfolgung und Verschlüsselung, die in diesem Vortag vorgestellt werden. Den Anfang machen die neuen Verfahren zur Data und Backup Compression, welche die Möglichkeit bieten physikalischen Speicherplatz deutlich effizienter zu nutzen bei gleichzeitig höheren Leistungswerten. Mit Auditing und transparent Data Encryption werden die erweiterten Möglichkeiten zur Abdeckung aktueller Sicherheitsanforderungen vorgestellt. Zum Abschluss wird noch ein Einblick in die neue Powershell Integration von SQL Server gegeben und anhand eines Beispiels gezeigt, wie Richtlinien mittels Powershell gegen SQL Server 2000/2005 automatisiert werden können.

Naja, vielleicht gibt uns der Referent auch ein paar Einblicke in die Neuerungen des angekündigten "SQL Server 2008 R2". Mal abwarten…

Gastgeber ist wieder die plus-IT GmbH im Eurocom Center (Lina-Ammon-Str. 3, Gebäude 3 / 3. Stock, 90471 Nürnberg).

Wie immer ist der Eintritt frei, auch Nicht-Mitglieder sind herzlich eingeladen. Weil es bei dem Thema und Referenten garantiert sehr, sehr voll wird, bitte bei Klaus Oberdalhoff unter kob(ät)sqlpass.de anmelden, damit er weiß, ob die Stühle reichen. Wer zu spät kommt oder sich nicht anmeldet, muss eben stehen… 😉

11. Juni 2009 um 11:32

Interview mit Jim Melton

Mein Kollege Matthias machte mich gestern auf den Podcast mit einem Interview mit Jim Melton aufmerksam. Jim Melton gehört zum "Urgestein" von SQL. Er ist offiziell "SQL Specification Lead", d.h. Mitglied im SQL-Standardisierungsgremium, und das seit über 20 Jahren.

Vom Interview war ich ehrlich gesagt etwas enttäuscht. Möglicherweise ist es für Leute interessant, die noch nicht oder nur wenig von SQL wissen. Jim Melton hat sicher viel zu sagen, aber die Fragen sind doch sehr oberflächlich. Da hat man einen der SQL-Gurus und lässt sich bloß die grundlegenden Konzepte erklären… Schade.

Als ich Jim Melton erstmals wahrnahm, las ich seinen gemeinsamen Artikel "A Critique of ANSI SQL Isolation Levels" mit dem verschollenen Jim Gray aus dem Jahre 1995. Jim Melton war damals noch bei Sybase, jetzt ist er meines Wissens bei Oracle.

Die Uni Trier hat eine Liste seiner Bücher zusammengestellt.